Fürther demonstrieren gegen Nügida

16.2.2015, 18:57 Uhr
Kein Platz für Nügida: Rund 100 Demonstranten zogen durch die Fußgängerzone zum Hauptbahnhof.

Kein Platz für Nügida: Rund 100 Demonstranten zogen durch die Fußgängerzone zum Hauptbahnhof. © Thomas Scherer

Um 17.30 Uhr waren zunächst rund 50 Menschen zu einer Kundgebung am Kohlenmarkt zusammengekommen. Aufgerufen hatten dazu die Antifaschistische Linke Fürth (ALF), das Bündnis gegen Rechts und die Jugendantifa Fürth.

"Hier in Fürth stellt sich das Problem Pegida zum Glück nicht", sagte Bündnis-Sprecherin Ruth Brenner, die Fürther Neonazi-Szene habe sich offenbar vom gescheiterten Versuch, in den Stadtrat einzuziehen, noch nicht erholt.

Nichtsdestotrotz sei es wichtig, sich weiter gegen Rassismus zu engagieren und deutlich zu machen, dass in der Region für Rassisten kein Platz sei. Unter dem Deckmantel Pegida, so Brenner, versuchten Neonazis, die Bevölkerung "in Deutsche und Nicht-Deutsche zu spalten". Brenner prangerte soziale Ungleichheit an, diese sei fast immer die Ursache von Rassismus, und kritisierte erneut die Flüchtlingspolitik der EU: "Die Festung Europa schottet sich ab und zwingt Flüchtlinge, unter Lebensgefahr Wege zu beschreiten."

Eine Sprecherin der ALF wies darauf hin, dass Nügida zu einem Zeitpunkt in Erscheinung trete, zu dem sich die Pegida-Bewegung bundesweit "schon auf dem absteigenden Ast" befinde. Wer hinter Nügida stehe, sei weiter unklar.

Es sei wohl "vor allem dem katastrophalen Zustand der regionalen Naziszene zu verdanken, dass wir lange verschont wurden". Nicht alle Pegida-Anhänger seien Neonazis, sagte sie: "Wichtigtuer, die auch mal Teil einer bundesweiten Bewegung sein wollen", seien genauso darunter wie unzufriedene "Menschen aus der sogenannten Mittelschicht": "Sie gehen einen einfachen Weg und treten nach unten gegen die, die sich nicht wehren können."

Dem Rassismus müsse man sich entschieden entgegenstellen. Durch die Fußgängerzone zogen die Demonstranten - die Zahl war mittlerweile auf rund 100 angewachsen - zum Hauptbahnhof, um sich den Gegenprotesten in Nürnberg anzuschließen.

 

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