Fürther Eine-Welt-Laden: Plastikfasten gegen die Abfallflut

22.2.2021, 16:00 Uhr
In Deutschland fallen jährlich pro Kopf 39 Kilogramm Plastik an. Der Eine-Welt-Laden propagiert deshalb für die nächsten Wochen den kompletten Verzicht.

In Deutschland fallen jährlich pro Kopf 39 Kilogramm Plastik an. Der Eine-Welt-Laden propagiert deshalb für die nächsten Wochen den kompletten Verzicht. © Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa

Laut dem Statistikportal Statista fallen allein in den EU-Ländern jährlich im Durchschnitt rund 33 Kilogramm Verpackungsabfall aus Plastik pro Einwohner an. Deutschland liegt mit 39 Kilogramm pro Kopf deutlich über dem Durchschnitt. Den größten Anteil an der Müllflut haben Verkaufsverpackungen.

Längst ist Plastikmüll in der Umwelt ein globales Problem: Wird er nicht ordnungsgemäß entsorgt oder wiederverwertet, gelangt er häufig durch Flüsse in die Weltmeere. Insbesondere Flussläufe in Afrika und Asien führen eine hohe Konzentration an Kunststoff mit sich.

Die Plastikmenge nimmt stetig zu und wird in den Ozeanen bis in entlegene Gegenden wie die Arktis gespült. Plastikpartikel finden sich in Mägen von Fischen und Seevögeln, jährlich verenden zahlreiche (Meeres-)Tiere. Zudem reichert sich Mikroplastik an fast allen Stränden weltweit an.

Um ein Zeichen zu setzen, plant der Eine-Welt-Laden Fürth eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema. Zwischen dem 17. Februar und dem 3. April wird es zum Beispiel Stadtführungen zum Thema "Wie (un)verpackt ist Fürth?" geben.

Geplant sind auch Workshops zu Vorkommen und Auswirkungen von Kunststoffen in Nahrungsmitteln und Kosmetik. In einem sogenannten Pioniertalk kommen Interessierte mit Vertretern und Vertreterinnen von Unternehmen ins Gespräch, die eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Plastikflut einnehmen.

Lösungen für den Alltag

Jede Woche soll eine Aktion stattfinden. Umrahmt wird das Programm von einem neuen Kurs aus dem "Virtuellen Lernort Weltladen". Auch hier will man die Thematik kritisch unter die Lupe nehmen und Lösungen für den Alltag aufzeigen.


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Außerdem startet die Weltladen-Bildungsreferentin Sarah Brockhaus den Selbstversuch: "Sieben Wochen plastikfrei – wie (gut) geht das?" Dazu lädt sie sich verschiedene Interviewpartner zum Gespräch für den Plastikfrei-Podcast ein und berichtet via Instagram und Facebook von ihren Erfahrungen im Alltag.

Neben dem Weltladen wirken Families for Future, der Verein Müll und Umwelt, die Frauenwerkstatt M 17, Bluepingu, der Unverpackt-Laden, die Zero-Waste-Gruppe Fürth, der Theaterjugendclub Fürth und das Umweltreferat der Stadt an der Kampagne zum Plastikfasten mit.


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Wer sich kreativ beteiligen möchte, ist dazu eingeladen, am Upcycling-Wettbewerb teilzunehmen: Bis Ostern können die schönsten Müll-Kunstwerke und Projekte mit interessanten Wieder- und Weiterverwendungsmöglichkeiten für den Abfall im Weltladen an der Gustavstraße 31 abgegeben oder als Foto eingereicht werden.

Zu gewinnen gibt es, wie es heißt, "tolle Preise" – ganz ohne Plastik. Alle Informationen und die Programmübersicht sind auf der Website des Weltladens, www.weltladen-fuerth.de, und auf Instagram oder Facebook zu finden.

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