Geschlossene Clubs

Fürther Flussdreieck: Polizei beendete nächtliche Party mit DJ

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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7.7.2021, 09:15 Uhr
Gegrillt werden darf auf dem Areal, das sich bis zum Flussdreieck zieht, bis 21.30 Uhr. Danach darf man hier sitzen bleiben, auch bis tief in die Nacht.

Gegrillt werden darf auf dem Areal, das sich bis zum Flussdreieck zieht, bis 21.30 Uhr. Danach darf man hier sitzen bleiben, auch bis tief in die Nacht. © Foto: Hans-Joachim Winckler

In Berlin dürfen Clubs seit kurzem ihre Außenbereiche öffnen, für Tanzpartys im Freien. Gefeiert wurde allerdings auch vorher: draußen, in den Parks, wie schon im Sommer 2020. Am Wochenende strömten die Menschen zu den "illegalen Raves", den improvisierten Partys.

In Bayern gibt es nach wie vor keine Perspektive fürs Nachtleben. In Fürth wurde nun der Grillplatz am Flussdreieck zum nächtlichen Treffpunkt zahlreicher junger Menschen: Am letzten Juni-Wochenende wurde auch hier getanzt, ein DJ sorgte für die Musik, 150 bis 200 Personen waren laut Polizei da. Erlaubt war das Ganze nicht: Die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung lässt Feiern wegen Corona nicht zu.


Überblick: Was aktuell in Fürth und im Landkreis gilt


Gegen 1 Uhr rückte die Polizei an. Anwohner hatten sich über die Ruhestörung beschwert, sagt Mark Kohl, Fürths stellvertretender Polizeichef, auf FN-Nachfrage. Um die Party zu beenden, habe man angesichts der Menschenmenge Unterstützungskräfte hinzugerufen, was sich hinzog. Noch etwa 70 Menschen waren Kohl zufolge da, als die Polizei die Feier gegen 3 Uhr auflöste. Platzverweise wurden ausgesprochen, der DJ sowie derjenige, der zur Feier eingeladen hatte, müssen mit Bußgeldern rechnen.

Am vergangenen Freitagabend zog das Flussdreieck dann schon rund 300 Jugendliche und junge Erwachsene an. Diesmal ohne Musik, es handelte sich auch nicht um eine zusammenhängende Gruppe, so Kohl, sondern sie kamen zu fünft oder zehnt, saßen und standen in kleinen Grüppchen, bis etwa 2 Uhr. Dann habe das Beisammensein von allein geendet.

Viele dürfte die Neugierde hingeführt haben: "Es spricht sich sicher ’rum, dass am Flussdreieck was los sein könnte", sagt Kohl. Verübeln mag er es niemandem: "Wo sollen sie momentan auch hin?"

Polizei und städtischer Ordnungsdienst schauten zwar vorbei, hielten sich aber zurück. Es habe lediglich "Ansprachen" gegeben, was geht und was nicht, sagt Fürths Ordnungsreferent Mathias Kreitinger.

Er betont ebenso wie Kohl: Solange es friedlich bleibt, Abstand gehalten wird, es keinen Lärm gibt und keine Straftaten, sei es völlig in Ordnung, dass junge Menschen hier ihre Freizeit verbringen, auch bis spät in die Nacht. Genau dafür sei dieser Grillplatz 2018 ja geschaffen worden.

Zur Erinnerung: Die "Aktion Protestgarten" hatte damals für mehr Freiräume und Treffpunkte für junge Fürtherinnen und Fürther gekämpft. Zuvor hatten Konflikte mit dem Ordnungsdienst zugenommen. Mit dem neuen Grillplatz am Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz, unweit des Friedhofs, hoffte die Stadt, das beliebte Areal an der Siebenbogenbrücke zu entlasten und die Freizeitnutzung zu entzerren – nicht zuletzt weil sich Anwohner dort mehr Ruhe wünschten.

Entlastung für die Badstraße

Anders als beim Grillplatz an der Siebenbogenbrücke ist am Flussdreieck – weil es keine Anwohner in der Nähe gibt – ein Aufenthalt über 21.30 Uhr hinaus, sogar unbegrenzt erlaubt.

"Der Platz hat sich bewährt und soll beibehalten werden", sagt Kreitinger. Anfangs sei er noch vor allem von Familien genutzt worden, erst jetzt ziehe es offenbar in größerem Umfang junge Leute her. Die Polizei habe freilich ein Auge drauf, sagt Kohl. Aus seiner Sicht aber hat die Stadt hier die richtige Örtlichkeit gefunden. Wichtig sei ihm persönlich vor allem, dass "keiner zu viel trinkt und in den Fluss fällt".

Der stellvertretende Polizeichef betont: Man habe in Fürth keine Zustände wie am Nürnberger Kohlenmarkt, wo sich im Juni nach Schließung der Außengastronomie die Stimmung alkoholbedingt aufheizte und es zu Randalen kam, oder wie in Bamberg. Bamberg erließ jüngst ein nächtliches Alkoholverbot, nachdem wiederholt Hunderte in der Innenstadt feierten, ohne sich um Corona-Regeln zu kümmern. Ärger über Wildpinkler und Müllberge kam hinzu.

Viel Müll hat Kohl allerdings leider auch am Flussdreieck bemerkt...