Ruhestörung

Fürther Flussdreieck: Polizei löst erneut eine Party mit 300 Menschen auf

18.7.2021, 18:28 Uhr
Normalerweise ist der Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz ein Ort für Naturliebhaber und Ruhesuchende, der Grillplatz bietet jedoch auch nächtliche Feieroptionen.

Normalerweise ist der Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz ein Ort für Naturliebhaber und Ruhesuchende, der Grillplatz bietet jedoch auch nächtliche Feieroptionen. © Foto: Wolfgang Händel

Kurz nach Mitternacht ging in der mittelfränkischen Polizei-Einsatzzentrale der erste Anruf ein: Zahlreiche Feiernde im Bereich des Fürther Flussdreiecks sorgten für unzulässig viel Radau, hieß es. Beamte sahen allerdings zunächst angesichts von friedlich Feiernden im Talgrund keine Gründe zum Einschreiten.

Als jedoch immer mehr junge Leute eintrudelten, die Stimmung laut Polizei "aufgeheizter wurde und immer mehr Beschwerden über Ruhestörungen eingingen", löste man die Ansammlung auf. Die Fürther Polizei zog zu diesem Zweck vorsichtshalber Kräfte des bayerischen Unterstützungskommandos (USK) und Diensthundeführer hinzu.

Der "überwiegende Teil" der zahlreichen Feiernden habe sich einsichtig gezeigt und das Flussdreieck verlassen. Ein 19-Jähriger aber weigerte sich laut Polizeibericht und "beleidigte die Beamten massiv". Als er daraufhin in Gewahrsam genommen werden sollte, habe er sich gegen seine Fesselung gewehrt und einen Polizisten in den Unterarm gebissen, ihn bespuckt und in den Unterleib getreten. Der Attackierte begab sich zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Gegen 1 Uhr trafen sich dann erneut rund 50 Menschen am Friedhofssteg, die Beamten schritten erneut ein. Der Einsatz sei aber diesmal alle ohne Zwischenfälle vonstatten gegangen.

Bereits am letzten Juni-Wochenende und Anfang Juli war es an gleicher Stelle zu Problemen mit Partys gekommen, bei denen im einen Fall rund 200 Feiernde samt DJ zusammenkamen. Damals ließ dies schon die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wegen Corona nicht zu, aber auch Beschwerden über Ruhestörung gab es. Die Polizei schritt ein und löste die Party auf, Platzverweise wurden ausgesprochen, Bußgelder verhängt.

Im zweiten Fall trafen sich rund 300 junge Leute, diesmal jedoch ohne Musik und in Grüppchen über das Areal verteilt, bis etwa 2 Uhr. Dann habe das Beisammensein von allein geendet. Polizei und städtischer Ordnungsdienst schauten zwar vorbei, hielten sich aber zurück. Es habe lediglich "Ansprachen" gegeben, was geht und was nicht.


.Grillplatz und Co.: Ist der Ordnungsdienst zu streng?


Verantwortliche von Stadt und Polizei betonten schon damals auf FN-Nachfrage: Solange es friedlich bleibt, Abstand gehalten wird, es keinen Lärm gibt und keine Straftaten, sei es völlig in Ordnung, dass junge Menschen hier ihre Freizeit verbringen – auch bis spät in die Nacht.

Genau dafür sei dieser Platz 2018 geschaffen worden, nachdem die "Aktion Protestgarten" für mehr Freiräume und Treffpunkte gekämpft hatte. Mit dem Grillgelände am Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz, unweit des Friedhofs, hoffte die Stadt, das beliebte Areal an der Siebenbogenbrücke zu entlasten, wo sich regelmäßig Anwohner belästigt fühlen.

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