Fürther Helmstraße: Anwohner kämpft gegen Verkehr

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

E-Mail

14.10.2020, 11:00 Uhr
Paul Held und seine Partnerin Esther Paulmann setzen sich dafür ein, dass die Helmstraße für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt wird.

© Luisa Degenhardt Paul Held und seine Partnerin Esther Paulmann setzen sich dafür ein, dass die Helmstraße für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt wird.

Seit Jahren bemüht sich Paul Held darum, dass die Helmstraße für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt wird. Der kommunale Verkehrsausschuss indes hat seinem Ansinnen eine Absage erteilt.

Seit 2014 wohnt Paul Held in dem Sträßchen nahe der Feuerwache. Seitdem ärgert er sich über Fahrer, die mit ihren Autos auf der Suche nach Parkplätzen durch den verkehrsberuhigten Bereich fahren. In Schrittgeschwindigkeit seien hier nur die wenigsten unterwegs.

Mit der Sanierung fielen auch noch die Gehsteige weg, der Verkehr gefährde insbesondere Kinder, die am und um den benachbarten Jean-Mandel-Platz spielen. "Ohne Not" könnte man seiner Meinung nach die Straße abriegeln.

Rund 80 Unterschriften sammelte er dafür vor einigen Jahren, 2015 setzte die Stadt auf Helds Bestreben für ein halbes Jahr einen Pfosten in die Mitte der Straße. Dann jedoch habe ein Anwohner gedroht, zu klagen – der Pfosten kam wieder weg. Laut Hans-Joachim Gleißner, Chef des Fürther Straßenverkehrsamts, gab es aber mehrere Anlieger, die gegen den Pfahl waren, "so dass wir das Ding zähneknirschend wieder entfernt haben". Seitdem werde "munter argumentiert und gestritten".


Mehr Grün, mehr Flair: Fürth hübscht Helmplatz auf


Man habe sich in der Vergangenheit unter anderem bei Polizei und Tiefbauamt erkundigt, ob und wie die Helmstraße für den motorisierten Durchgangsverkehr zu sperren wäre. Optionen gäbe es durchaus, so Gleißner: So könnte am Sozialrathaus eine Ausfahrt geschaffen werden; oder Autos könnten am Königsplatz wenden und von dort aus auf die Königstraße fahren.

Das Risiko sei an dieser Stelle wegen der schlechten Sicht aber zu hoch. Für beide Lösungen müsste die Stadt zudem Geld in die Hand nehmen, um umzubauen. Nach sorgfältiger Abwägung habe man sich dagegen entschieden, der Verkehrsausschuss schloss sich der Linie an.

Bei einer 24-Stunden-Messung zählte die Behörde 459 Fahrzeuge – nicht viel, wie Gleißner findet. Zum Vergleich: An der Billinganlage sind über 30 000 Fahrzeuge an einem Tag unterwegs. "Die Helmstraße beschäftigt uns, gemessen an ihrer Bedeutung, überproportional", sagt er. Für die Stadt sei das Thema momentan vom Tisch.

14 Kommentare