Samstag, 28.11.2020

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Fürther Herbstvergnügen: Amüsement in schwierigen Zeiten

Trotz einiger Abstriche besuchten viele die Alternativkärwa - 19.10.2020 06:00 Uhr

Manuela Mikulaschek (Mitte) mit Tochter Magdalena und deren Freund Lukas Vitzthum kamen extra aus Erlangen, um sich mit Küchen-Utensilien einzudecken.

18.10.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


FÜRTH – Vielleicht lag es tatsächlich an den fehlenden Massen, die sich sonst üblicherweise am Samstagnachmittag über die Kärwa schieben, dass Carola Roth mannsgroße Schmetterlingsflügel an der Umrandung des Kettenkarussells aufgefallen sind. Gedacht ist das schillernde Insekt, um sich davor zu platzieren und fotografieren zu lassen – was ihre beiden Töchter Annalena (10) und Luise (7) sofort umsetzen.

Doch auch ohne diese Entdeckung sind die drei froh, dass das Herbstvergnügen wenigstens ein bisschen "Rummel-Flair" in die Stadt geweht hat. Freilich, einige Attraktionen vermissten sie – die Backfischrutsche etwa, das Gruselhaus und natürlich den Erntedankumzug.

Dafür fiel das Vergnügen heuer deutlich günstiger aus als sonst. Und ein mulmiges Gefühl, dass man anderen Besuchern zu nahe kommen könnte, musste man auch nicht haben. "Das entzerrt sich alles gut", sagt Roth.

Ungemütliches Wetter

Das fanden wohl auch andere Gäste, denn die Bilanz zum Ende der 14-tägigen Kärwa-Alternative fällt bei Schaustellern, Sicherheitspersonal und der Stadt gut aus. Horst Müller, heuer erstmals nicht der Kärwa-, sondern der "Herbstvergnügen-Beauftragte", wie er mit einem Schmunzeln anmerkt, zieht ein insgesamt positives Fazit.

Vor allem am Wochenende sei der Zulauf erfreulich gewesen, so Müller. Denn da habe auch das Wetter mitgespielt, das sich unter der Woche oft von der ungemütlichen Seite zeigte.

Viele Familien hat er auf seinen Rundgängen beobachtet, die trotz allem Spaß in den Fahrgeschäften hatten. Zufrieden ist er auch darüber, dass das gemeinsam mit dem Gesundheitsamt ausbaldowerte Konzept den beteiligten Schaustellern ein Einkommen bescherte, in einigen Fällen habe es sogar etwas über den Erwartgelegen.

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Auch Eduard Wentzl freut sich über den Zuspruch. Lediglich der Bahnhofplatz sei schlechter frequentiert gewesen, beobachtete der Bezirkschef im Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller. Dort lief das Geschäft für ein Karussell, eine Spicker- und eine Imbissbude nicht ganz so gut wie etwa auf der Freiheit oder dem Hallplatz.

Positiv aufgefallen ist Wentzl die Bereitschaft der Besucher, sich an die Abstands- und Maskenregelungen zu halten. Auch vor seinem Kinderkarussell, das sich heuer seit genau 40 Jahren auf Volksfesten dreht, hätten sich die Eltern vollkommen vernünftig verhalten.

Disziplinierte Besucher

Ähnlich haben das die knapp zwanzig Beschäftigten von Two Eye Security wahrgenommen, die das Herbstvergnügen überwachten. "Die Besucher waren sehr diszipliniert", sagt Geschäftsführer Tobias Nau. Einen "friedlichen Verlauf" attestiert auch die Fürther Polizei dem Rummel; eine ausführliche Bilanz wird sie noch nachreichen.

Schausteller-Chef Helmut Dölle, dessen Brathaus auf der Kleinen Freiheit platziert war, lobt die Solidarität der Fürther. "Sie sind gekommen und haben uns unterstützt." Auch der Stadt seien er und seine Kollegen dankbar, dass sie das Herbstvergnügen auf die Beine gestellt hat.

Ob sie das auch für den Weihnachtsmarkt hinbekommt? Bei dieser Frage zeigt sich Müller eher skeptisch. "Wenn die Infektionszahlen noch weiter ansteigen, wonach es derzeit aussieht, werden vielleicht gar keine Märkte in der Adventszeit stattfinden." Eine Entscheidung darüber wird aber wohl nicht vor Mitte November fallen.

GWENDOLYN KUHN

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