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Sonntag, 20.10.2019

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Fürther Hilfsgüter auf Nepalreise

Vom Erdrutsch beschädigtes Kinderdorf bei Kathmandu erhält Unterstützung - 21.01.2008

Neben vielen anderen Helfern packte auch Stadtheimatpfleger Alexander Mayer (3. v. re.) beim Beladen des Lastwagens mit Hilfsgütern für Nepal am Fürther Klinikum mit an. © Voigt


Angelaufen waren die Planungen für die Hilfsaktion im Herbst letzten Jahres, nachdem ein durch schwere Regenfälle ausgelöster Erdrutsch im 200 Kilometer westlich von Kathmandu gelegenen Kinderdorf Bhakunde einen Schaden von 60 000 Euro angerichtet hatte. 120 Bewohner der Region wurden damals obdachlos, sechs Menschen kamen ums Leben.

«Das Fürther Krankenhaus hat uns zum Glück einen Lagerraum für die Zwischenlagerung der Hilfsgüter zur Verfügung gestellt», erläutert der Cadolzburger Manfred Losert, während er ein Paket über den Hof des Klinikums schleppt. Losert hat die «Nepalhilfe im kleinen Rahmen» 1999 zusammen mit dem in Unna lebenden Manfred Rödermund gegründet.

Die beiden Bergsteiger wollten nach Klettertouren in Nepal die Notlage der dort lebenden Kinder lindern. Seither unterstützt die Initiative ein Waisenhaus in Kathmandu sowie Schulen in der Region, finanziert Nachhilfelehrer und Arztkosten, und konnte 2007 sogar ein eigenes Waisenhaus im Kinderdorf Bhakunde einweihen. Bereits letzte Woche startete ein achtköpfiger Hilfstrupp der Initiative von Großhabersdorf aus nach Nepal. Auf dem Hinweg der insgesamt 24 000 Kilometer langen Fahrstrecke neben Sachspenden mit dabei: ein Feuerwehrauto sowie ein Krankenwagen für die Region. Der nun beladene 67 Kubikmeter große Container enthält im Wesentlichen Krankenbetten, Rollstühle und Medikamente, Nähmaschinen, Brillen und Kleidung. Auch Waschmaschinen, Elektroherde und Spielsachen gehen mit auf die Reise.

Mitstreiter gefunden

Ursprünglich war von Manfred Losert für die Güter ebenfalls ein Landtransport per Lkw angedacht. Der auf einen Hänger angesprochene Werner Fischer von der Oberasbacher HWF-Dienstleistungsgruppe schlug den schnelleren Transportweg im Container per Schiffsweg vor - und gewann Mitstreiter, die die Frachtkosten übernahmen: das Nürnberger Containerdepot sowie den Transportlogistiker Panalpina und den Erlanger Entsorgungsfachbetrieb Hans Meyer.

«Bis auf zwei Rollstühle und ein paar Kinderbetten haben wir alles untergebracht», freute sich Losert zusammen mit seinen Helfern nach dem stundenlangen Beladen. Ins Schwitzen gebracht hatte ihn vor der Aktion nicht nur das monatelange, fast tägliche Einlagern der Sachspenden im Lagerraum des Krankenhauses, sondern auch die ursprüngliche Forderung des Zolls, jedes Stück einzeln mit Neu- und Zeitwert zu listen.

«Die bürokratischen Hürden sind hoch hier zu Lande - dabei will man ja nur helfen», meinte Losert verstimmt. Letztlich musste er dann doch nur die Kartons nummerieren und auflisten. Nach dem Verplomben des Containers durch den Zoll atmete der Cadolzburger, der Wert darauf legt, dass auch wirklich jeder gespendete Cent am Zielort ankommt, erleichtert auf. Nun hofft er, dass die Sachen heil am Bestimmungsort ankommen.

THOMAS VOIGT

Die «Nepalhilfe im kleinen Rahmen» ist kein Verein und unterhält auch kein eigenes Spendenkonto. Geldspenden können jedoch unter dem Stichwort «Nepalhilfe» auf das Spendensonderkonto der Marktgemeinde Cadolzburg eingezahlt werden. (Sparkasse Fürth, BLZ 762 500 00, Konto Nr. 190 150 227) Spendenquittungen können ab 50 Euro ausgestellt werden. Weitere Infos im Internet unter www.nepalhilfe-im-kleinen-rahmen.de

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