Covid-19-Impfungen

Fürther Impfzentrum: Die Prio-Gruppen haben hier weiter Vorrang

8.6.2021, 14:45 Uhr
Ende Juni soll der digitale Impfpass eingeführt werden. Das Impfzentrum betont: „Er muss nicht dort erstellt werden, wo man die Impfung bekam.“

Ende Juni soll der digitale Impfpass eingeführt werden. Das Impfzentrum betont: „Er muss nicht dort erstellt werden, wo man die Impfung bekam.“ © Foto: Hans-Joachim Winckler

Vielerorts in Deutschland fürchten Hausärzte einen Ansturm: Am Montag hat der Bund die Priorisierung aufgehoben, alle ab 12 Jahren können sich nun um einen Impftermin bemühen. In Bayern haben die Ärzte diese Öffnung schon hinter sich. Hier müssen Praxen bereits seit 20. Mai die ursprünglich nach ethischen Grundsätzen festgelegte Impfreihenfolge nicht mehr berücksichtigen.


Aufhebung der Impfreihenfolge? Die Prio-Gruppe drei bangt


In den Impfzentren dagegen – die Möglichkeit steht den Ländern offen – hält der Freistaat vorerst an der bisherigen Reihenfolge fest. Angesichts des immer noch knappen Impfstoffs, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums, will man hier die drei Prioritätengruppen weiter bevorzugt versorgen. Das bedeutet: Das bayerische Impfportal BayIMCO vergibt die Termine wie gewohnt. "Ein 29-Jähriger ohne Vorerkrankungen hat weiter den Mitte-60-Jährigen vor sich", sagt Dr. Michael Hubmann, der ärztliche Leiter des Fürther Impfzentrums.

Geduld müssen dennoch viele auch weiterhin haben, die zur großen Prio-Gruppe drei gehören. Das Portal BayIMCO zeigt in dieser Gruppe immer noch 19.000 Impfwillige aus Stadt und Landkreis Fürth an, die auf einen Termin warten, sagt Sebastian Habicht von der AGNF, die das Fürther Impfzentrum betreibt. "Von dieser Zahl kommen wir momentan nicht runter", sagt er, weil sich immer noch Menschen neu anmelden und weil zugleich die Erstimpfungen ins Stocken geraten sind.

Nachdem Bayern einige Wochen lang vor allem Erstimpfungen durchführte, brauchen diese Erstgeimpften gegenwärtig ihre zweite Spritze – und es ist kaum Impfstoff darüber hinaus vorhanden. Auch das Fürther Impfzentrum kann daher bereits seit 22. Mai nur in begrenztem Umfang Ersttermine anbieten.

Eine Prognose wagen sie nicht

Am vergangenen Samstag etwa führten die Teams im Zentrum in der Rosenstraße und seinen Außenstellen 1053 Zweit- und 108 Erstimpfungen durch. Am 1. Juni waren es sogar nur 35 Ersttermine bei 952 Zweitterminen. Hubmann hofft einmal mehr, dass bald mehr Impfstoff geliefert wird, um auch bei den Erstimpfungen weiter voranzukommen.

Eine Prognose, wann die Vorranggruppe drei durch ist, wagen Habicht und Hubmann aktuell nicht. Sie hegen zudem Zweifel, ob das Versprechen von Gesundheitsminister Jens Spahn eingehalten werden kann, dass bis Mitte September jedem ein Impfangebot gemacht werden kann.


Bayern: Wie bekomme ich einen Corona-Impftermin?


Die beiden rechnen vor: Bisher wurden in Fürth und im Landkreis vom Impfzentrum und von Ärzten zusammen rund 155.000 Impfungen verabreicht, etwa 58.000 davon im Mai. Angenommen, es kommen im Juni und Juli noch mal jeweils rund 50000 Impfungen dazu und im August urlaubsbedingt deutlich weniger, so stünde man Anfang September bei 270.000 Immunisierungen. 56 Prozent der Menschen in Stadt und Landkreis wären dann zweifach geimpft.

Das Fürther Impfzentrum verabreicht zurzeit rund 1000 Dosen am Tag und ist damit an seiner Kapazitätsgrenze. In den kommenden Tagen sind Impfaktionen für Bedürftige und für Menschen aus beengten Wohnverhältnissen geplant. Dabei wird man mit dem Mütterzentrum und der Tafel zusammenarbeiten.

Wo bekommt man den digitalen Impfpass?

Mit Blick auf Ende Juni, wenn der digitale Impfpass eingeführt werden soll, stellt Hubmann vorsichtshalber schon mal zwei Dinge klar: Den analogen Pass wird es weiter geben. Und der digitale muss nicht dort erstellt werden, wo man die Impfung gegen Covid-19 bekommen hat. Wichtig werde es sein, hier die Ärzte und Apotheken einzubinden.