Sonntag, 29.03.2020

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Fürther Innenstadt: Hallstraße bekommt neues Pflaster

Nächste Woche starten die Bauarbeiten zwischen Neuer Mitte und Theatervorplatz - 26.03.2020 11:00 Uhr

Blick vom bereits umgebauten Teil der Hallstraße in den Bereich, der nun zur Baustelle wird. Das einheitliche Pflaster soll sich bis zum Theatervorplatz durchziehen – obwohl zwischen Moststraße (rechts) und Alexanderstraße weiter Autos fahren werden. © Hans-Joachim Winckler


Noch bis in die vergangene Woche war umstritten, wie die Straße nach dem Umbau im Detail aussehen soll. Das Straßenverkehrsamt, die Polizei und eine Vertreterin des Blindenbundes hatten eine drei Zentimeter hohe Bordsteinkante gefordert, zum einen als taktile Führung für die Sehbehinderten, zum anderen, um das Risiko von Verkehrsunfällen zu minimieren. Denn: Autos, die aus der Tiefgarage der Neuen Mitte in der Moststraße kommen und in Richtung Stadtnorden wollen, werden weiterhin über die Hall- in die Alexander- und von dort in die Königstraße geführt. Auch die Parkplätze entlang der Straße werden nach Angaben aus dem Stadtplanungsamt erhalten bleiben.

Verkehr, der aus dem Parkhaus Richtung Südstadt fließt, soll hingegen künftig nach rechts in Richtung Friedrichstraße abbiegen dürfen. Die aktuell in der Moststraße geltende Einbahnstraßenregelung wird dafür aufgehoben.

Übertönt wurden die Befürworter einer Bordsteinkante aber von Stimmen, die einen ebenen und einheitlichen Belag von der Neuen Mitte bis zum Theatervorplatz fordern. Siegfried Reimann, Vorsitzender des Behindertenrats in Fürth, sieht in dem Absatz ein unnötiges Hindernis für Rollatoren und Rollstühle sowie eine Stolperfalle für Menschen, die schlecht zu Fuß seien. Die Grünen fürchteten, dass die Kante es auf Jahrzehnte verbauen werde, in der kompletten Hallstraße einen verkehrsberuhigten Bereich einzurichten. Der Bauausschuss folgte dieser Linie und stimmte in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dafür, das bereits vor der Neuen Mitte verlegte Pflaster bis zum Theatervorplatz zu verlängern. "So ist es sicherlich schöner", räumte Baureferentin Christine Lippert ein, die aber eingangs noch einmal auf die Bedenken hingewiesen hatte, die gegen eine ebene Gestaltung sprechen. Vergeblich.

Stattdessen erhalten Gehweg und Fahrbahn ein und dasselbe Granitsteinpflaster, nur optisch unterteilt durch einen niveaugleich eingebauten Bordstein. Fußgänger dürfen auch die Fahrbahn nutzen, weil die Stadt das Teilstück nach dem Umbau ohne eine Kante zum "verkehrsberuhigten Bereich" ausweisen kann, auf dem ein Tempolimit von sieben km/h für alle gilt. Eine echte Fußgängerzone wie vor der Neuen Mitte kann im unteren Bereich der Hallstraße wegen des Verkehrs, der aus dem Parkhaus kommt, nicht entstehen.

 

"Schönes Gesamtbild"

 

Das Granitsteinpflaster wird auch im westlichen Teil der Alexanderstraße Richtung Schwabacher Straße verlegt – vorerst aber nur bis zum Abschluss des neuen Gebäudes, das gegenwärtig an der Straßenecke für das Einkaufszentrum Flair entsteht. Erst in einem zweiten Schritt – wann ist noch unklar – wird der Lückenschluss bis zur Fußgängerzone vollzogen. Im östlichen Teil der Alexanderstraße, der bis zur Friedrichstraße verläuft, soll das bereits vorhandene Kopfsteinpflaster neu verlegt werden, um Unebenheiten auszugleichen, die im Lauf der Jahre entstanden sind.

Da auch die Fläche vor dem Amtsgericht, vor der Kirche Unsere Liebe Frau und dem Stadttheater umgestaltet wird, erhält gewissermaßen die gesamte Ecke einen neuen Anstrich. Baureferentin Lippert ist sich jetzt schon sicher: "Das wird ein sehr schönes Gesamtbild abgeben."

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