Fürther Kino-Geschichte: Vom Boom der 50er Jahre bis heute

1.6.2018, 08:00 Uhr
Ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg ist auch nach dem Zweiten Weltkrieg der Wunsch nach Unterhaltung und Vergnügen gewaltig. Zwischen 1949 und 1953 entstehen in Fürth fünf neue Kinos - das Angebot verdoppelt sich damit. Unter den neuen Lichtspielhäusern sind die Hard-Lichtspiele in der Hardstraße 8 mit 430 Sitzplätzen und kupfernen Ornamenten an den Wänden. Besitzer Hans Hofmann zeigt im Oktober 1950 den ersten Film. Ein Jahr später gibt es mit den Weißbräu-Lichtspielen auch ein Kino in Burgfarrnbach.
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Ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg ist auch nach dem Zweiten Weltkrieg der Wunsch nach Unterhaltung und Vergnügen gewaltig. Zwischen 1949 und 1953 entstehen in Fürth fünf neue Kinos - das Angebot verdoppelt sich damit. Unter den neuen Lichtspielhäusern sind die Hard-Lichtspiele in der Hardstraße 8 mit 430 Sitzplätzen und kupfernen Ornamenten an den Wänden. Besitzer Hans Hofmann zeigt im Oktober 1950 den ersten Film. Ein Jahr später gibt es mit den Weißbräu-Lichtspielen auch ein Kino in Burgfarrnbach. © FN

Kein neues Kino, aber ein neuer Name: Bei ihrer Eröffnung 1913 hießen die „Park-Lichtspiele“ mit 450 Plätzen in der heutigen Breitscheidstraße noch „Luitpold-Lichtspiele“ (Lu-Li). 1949 werden sie umbenannt - der Name ist kein Zufall: Das Kino befindet sich im Park-Hotel, in dem 1949 auch das Admiral-Theater und 1953 das Bambi als drittes Kino eröffnen.
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Kein neues Kino, aber ein neuer Name: Bei ihrer Eröffnung 1913 hießen die „Park-Lichtspiele“ mit 450 Plätzen in der heutigen Breitscheidstraße noch „Luitpold-Lichtspiele“ (Lu-Li). 1949 werden sie umbenannt - der Name ist kein Zufall: Das Kino befindet sich im Park-Hotel, in dem 1949 auch das Admiral-Theater und 1953 das Bambi als drittes Kino eröffnen. © Wolkenstörfer

Das Bambi im ehemaligen Restaurant des Park-Hotels setzte nicht nur auf ein etwas anderes Programm als andere Häuser, es war mit 152 Plätzen kleiner als die Konkurrenz. Gezeigt wurden Wochenschauen und Kulturfilme in stündlichem Wechsel und ab 20.30 Uhr ein Hauptfilm, wie im Buch
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Das Bambi im ehemaligen Restaurant des Park-Hotels setzte nicht nur auf ein etwas anderes Programm als andere Häuser, es war mit 152 Plätzen kleiner als die Konkurrenz. Gezeigt wurden Wochenschauen und Kulturfilme in stündlichem Wechsel und ab 20.30 Uhr ein Hauptfilm, wie im Buch "Vom Kinematographen zum CineCitta" des Nürnberger Autor Jürgen Wolff nachzulesen ist. Das Bambi, das den Beinamen "Aktualitätenkino" trug, schloss 1975, ein Jahr nach Admiral-Theater und Lu-Li. © Wolkenstörfer

1951 kam die extravagante „Camera“ in der Südstadt dazu, die sich trotz ihres imposanten Entrees und mit den Lichtsäulen an der Fassade „Das intime Theater“ nannte.
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1951 kam die extravagante „Camera“ in der Südstadt dazu, die sich trotz ihres imposanten Entrees und mit den Lichtsäulen an der Fassade „Das intime Theater“ nannte. © Günter B. Kögler

482 Zuschauer haben hier Platz. 1953 ist der Höhepunkt der Fürther Kinolust erreicht, der Fernseher macht den Lichtspielhäusern immer mehr Konkurrenz. 1960 beginnt das große Sterben der großen und kleinen Kinos. Als erstes schließt 1960 das Flohkino, das 1910 in der Schwabacher Straße eröffnet hat. In der Camera geht der Vorhang 1965 zum letzten Mal zu. Danach wird aus der Camera eine weit über die Fürther Grenzen hinaus bekannte Disco.
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482 Zuschauer haben hier Platz. 1953 ist der Höhepunkt der Fürther Kinolust erreicht, der Fernseher macht den Lichtspielhäusern immer mehr Konkurrenz. 1960 beginnt das große Sterben der großen und kleinen Kinos. Als erstes schließt 1960 das Flohkino, das 1910 in der Schwabacher Straße eröffnet hat. In der Camera geht der Vorhang 1965 zum letzten Mal zu. Danach wird aus der Camera eine weit über die Fürther Grenzen hinaus bekannte Disco. © Wolkenstörfer

Der markante Schriftzug der Camera war noch bis vor kurzem am Haus angebracht. Jetzt ist die
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Der markante Schriftzug der Camera war noch bis vor kurzem am Haus angebracht. Jetzt ist die "Camera" endgültig Vergangenheit: Das Haus wird zurzeit abgerissen. © Günter B. Kögler

Der Boom ist schon vorbei, als 1977 das Kronprinz-Kinocenter am Stadtpark - das heutige Babylon - die Türen öffnet.
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Der Boom ist schon vorbei, als 1977 das Kronprinz-Kinocenter am Stadtpark - das heutige Babylon - die Türen öffnet. "Das Kino ist wieder im Kommen", schreiben die FN damals. Mit 120 Sitzplätzen bleibe es noch im Kammerspiel-Rahmen. © Günter B. Kögler

Blick in den Vorführraum: Die Kabine ist geschickt zwischen die Säle eingepasst, so dass zwei Leinwände gleichzeitig bespielt werden können.
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Blick in den Vorführraum: Die Kabine ist geschickt zwischen die Säle eingepasst, so dass zwei Leinwände gleichzeitig bespielt werden können. © Günter B. Kögler

Im Foyer kündigen Plakate die Filme der kommenden Wochen an.
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Im Foyer kündigen Plakate die Filme der kommenden Wochen an. "Die Jugend hat die neue Kinogelegenheit schon entdeckt", schreiben damals die FN. © Günter B. Kögler

Draußen in der Nürnberger Straße ist heute das Programm des Babylon-Kinos, Nachfolger des Kronprinz-Kinos, zu sehen. Das Kino zeigt auch Filme oder Dokumentationen jenseits des Mainstreams.
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Draußen in der Nürnberger Straße ist heute das Programm des Babylon-Kinos, Nachfolger des Kronprinz-Kinos, zu sehen. Das Kino zeigt auch Filme oder Dokumentationen jenseits des Mainstreams. © Hans-Joachim Winckler

Geradeaus geht es zur Kinokasse, links kann man in die zum Kino gehörende Kneipe abbiegen.
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Geradeaus geht es zur Kinokasse, links kann man in die zum Kino gehörende Kneipe abbiegen. © André De Geare

Vor dem Start des Metroplex-Kinos sind das Babylon und der Uferpalast die einzigen Kinos in Fürth.
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Vor dem Start des Metroplex-Kinos sind das Babylon und der Uferpalast die einzigen Kinos in Fürth. © Ralf Rödel

1913 entsteht mit dem „Weltspiegel“ in der Blumenstraße ein Film-Theater mit 500 Plätzen. 1961 muss es schließen.
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1913 entsteht mit dem „Weltspiegel“ in der Blumenstraße ein Film-Theater mit 500 Plätzen. 1961 muss es schließen. © Wolkenstörfer

Die Zeitung schreibt damals:
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Die Zeitung schreibt damals: "Im Haus Blumenstraße 2 hat sich ein neues Kinematographentheater aufgetan, das in seiner Ausstattung zu den vornehmsten Einrichtungen hiesiger Stadt gehört und jedem großstädtischen Unternehmen sich würdig an die Seite stellen kann. (...) Wo man hinsieht auserlesener Geschmack." Das Foto zeigt das Kino allerdings nach dem Umbau 1953.

1979 beginnt die Geschichte des „Kinos im Krawattenhaus“ in der Schindelgasse, das mit seinen 35 Sitzplätzen und seinen zwei 16-mm-Projektoren mit dem „Cabinet des Dr. Caligari“ die erste Spielzeit startet. Eine Handvoll Kinobegeisterter verwirklicht sich damit einen Traum. In dem kleinen skurrilen Häuschen im verwinkelten Altstadt-Hinterhof wird fortan große Kunst gezeigt und ein Programm, das man demokratisch nach Kooperative-Grundsätzen zusammenstellte...
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1979 beginnt die Geschichte des „Kinos im Krawattenhaus“ in der Schindelgasse, das mit seinen 35 Sitzplätzen und seinen zwei 16-mm-Projektoren mit dem „Cabinet des Dr. Caligari“ die erste Spielzeit startet. Eine Handvoll Kinobegeisterter verwirklicht sich damit einen Traum. In dem kleinen skurrilen Häuschen im verwinkelten Altstadt-Hinterhof wird fortan große Kunst gezeigt und ein Programm, das man demokratisch nach Kooperative-Grundsätzen zusammenstellte... © Mark Johnston

Im Mai 1988 steht ein Umzug an: Das kleine Kino verlässt das Krawattenhaus, zieht in den alten Schlachthof, das heutige Kulturforum, und bekommt den Namen Uferpalast.
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Im Mai 1988 steht ein Umzug an: Das kleine Kino verlässt das Krawattenhaus, zieht in den alten Schlachthof, das heutige Kulturforum, und bekommt den Namen Uferpalast. © Mark Johnston

Zwischen Herbst 2001 und Januar 2004 wird das Kino geschlossen, um nach dem Umbau neu zu eröffnen.
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Zwischen Herbst 2001 und Januar 2004 wird das Kino geschlossen, um nach dem Umbau neu zu eröffnen. © Hans-Joachim Winckler

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Das "City Kino" in der Rudolf-Breitscheid-Straße 14 wird am 29. November 1956 mit dem Film "Musikparade" eingeweiht, in den Hauptrollen sind Peter Alexander und Greta Lund zu sehen. Betreiber des "City Palastes" - wie der Name noch zur Eröffnung lautete - war Kurt Knösel, dem auch die "Camera" gehörte. 1956 ist das Kino mit 900 Plätzen eines der größten in Nordbayern. 1978 wird es umgebaut, danach legt es als "City Kino Fürth" wieder los. Pächter des Kinos ist seit 1978 Alfred Ach. © Günter B. Kögler

Blick auf das City-Kinocenter im Jahr 2011, kurz vor der Schließung. 2012 gehen im Kino die Lichter aus. Zu dem Zeitpunkt ist klar: Alfred Ach will an anderer Stelle ein Multiplex bauen.
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Blick auf das City-Kinocenter im Jahr 2011, kurz vor der Schließung. 2012 gehen im Kino die Lichter aus. Zu dem Zeitpunkt ist klar: Alfred Ach will an anderer Stelle ein Multiplex bauen. © Hans-Joachim Winckler

Der Bau des neuen Hauses an der Gebhardtstraße läuft alles andere als reibungslos, mehrfach wird der Fertigstellungstermin verschoben. Am Donnerstag, 19. November 2015, ist es schließlich so weit: Die ersten Gäste können sich im neuen Metroplex umsehen.
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Der Bau des neuen Hauses an der Gebhardtstraße läuft alles andere als reibungslos, mehrfach wird der Fertigstellungstermin verschoben. Am Donnerstag, 19. November 2015, ist es schließlich so weit: Die ersten Gäste können sich im neuen Metroplex umsehen. © Ralf Rödel

Das neue Metroplex-Kino bei Nacht. Das nächste Kapitel in Fürths Kinogeschichte ist schon aufgeschlagen: Das Kino hat neue Eigentümer bekommen, die Familie Rusch. Damit wird aus dem Metroplex wohl bald ein Cineplex.
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Das neue Metroplex-Kino bei Nacht. Das nächste Kapitel in Fürths Kinogeschichte ist schon aufgeschlagen: Das Kino hat neue Eigentümer bekommen, die Familie Rusch. Damit wird aus dem Metroplex wohl bald ein Cineplex. © Ralf Rödel