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Fürther Klinikum: Hochhaus wird abgerissen

Haus weicht einem Neubau für die Psychiatrie - Anwohner haben Bedenken - 27.11.2015 13:07 Uhr

Im Januar beginnt der Abriss der alten Kinderklinik (re.) für die neue Einrichtung des Bezirks. Der Baustellenverkehr bis 2019 und die Verknappung der Parkplätze bereiten jetzt schon Kopfzerbrechen. © Foto: Edgar Pfrogner


59 Bäume, von denen 33 eigentlich unter Schutz stehen, müssen zur Baustelleinrichtung gefällt werden. Die Abbrucharbeiten beginnen im Januar und sollen etwa ein halbes Jahr dauern. Weitere sechs Monate werden zum Vorbereiten des Baufeldes mit neuen Versorgungsleitungen benötigt. Die lange Dauer des Abbruchs resultiert aus der Schwierigkeit der Materie. Unter anderem müssen asbesthaltige Baustoffe demontiert und entsorgt werden.

„Man kann so ein Gebäude nicht einfach sprengen wie einen Betonbunker“, erläutert Bezirkstagspräsident Richard Bartsch auf Anfrage der Fürther Nachrichten. Der Bezirk ist Bauherr und Träger der neuen Klinik. Diese ist als Ableger der Bezirkskliniken am Erlanger Europakanal für Patienten aus der Stadt und dem Landkreis Fürth gedacht und wird vom Freistaat bezuschusst.

Sieben Jahre Verhandlungen waren laut Bartsch nötig, um dem Vorhaben zum Durchbruch zu verhelfen. Der Bezirkstagspräsident unterstreicht sein Interesse an einer möglichst raschen Bauabwicklung: „Je schneller wir fertig werden, desto eher können Patienten aufgenommen werden und desto früher fließen die Einnahmen.“

Zwei Jahre Bauzeit veranschlagt

Zwei Jahre Bauzeit sind für die zweistöckige Klinik veranschlagt. Ausgeführt werden soll sie in Massivbauweise, wie Bezirkssprecherin Silke Berkmann mitteilt. Weil die jetzigen Sauerstofftanks des Klinikums im Bereich der Baustelle stehen, sollen sie an die Robert-Koch-Straße verlegt werden. Dies auch zur besseren Anlieferung. Hierfür müssen allerdings ebenfalls Bäume weichen.

Bei Anwohnern stößt das Großprojekt bereits jetzt auf Bedenken. Die medizinische Notwendigkeit wird dabei nicht bestritten, doch die Verkehrssituation während der Bauzeit und danach gibt zu denken.

Straßenverkehrsamt nicht informiert

Der Baustellenverkehr soll über die Jakob-Henle-Straße rollen, die auch als Zubringer zur Friedrich-Ebert-Schule dient. Wie die Kinder gefahrlos an den Lastwagen vorbei zur Schule gelangen können? Darauf gab es bei einer Informationsveranstaltung für Anwohner nur den Hinweis auf die Zuständigkeit der Stadt. Im Fürther Straßenverkehrsamt weiß man jedoch offiziell noch gar nichts von der Baumaßnahme. Amtsleiter Hans-Joachim Gleißner versichert auf FN-Anfrage jedoch: „Wir können das regeln“.

Rangieren dürften die Lkw keinesfalls in der Jakob-Henle-Straße. Auch der Weg durch die Nottelberg- und Wilhelmstraße sei tabu. In der Tempo-30-Zone sieht Gleißner keine allzu großen Schwierigkeiten, für einen sicheren Schulweg zu sorgen.

Angespannte Parkplatzsituation

Was Anwohner daneben beschäftigt, ist die Frage, wo die Patienten, Besucher und Mitarbeiter der neuen Klinik ihre Autos abstellen können. Bereits jetzt ist im Klinik-Parkhaus zeitweise kein Platz mehr frei. Entsprechend groß ist der Druck auf die Parkplätze vor den Wohngebäuden im Klinikumfeld. Laut Bezirkssprecherin Berkmann gibt es einige am Neubau geplante Kurzzeitparkplätze und auf ein Parkplatzkontingent im Parkhaus.

Dass hier noch genügend Platz frei ist, versichert René Klinger, Kaufmännischer Leiter des Klinikums. Er will sich auch dafür stark machen, dass Anwohnern für die während der Bauzeit wegfallenden Stellplätze Ersatz zugewiesen wird - etwa im Parkhaus.

Bereits 2001 wurde nach langem Ringen im Interesse einer wohnortnahen Versorgung psychisch Kranker aus Stadt und Land eine Psychiatrische Tagesklinik für 3,6 Millionen Euro an der Friedrich-Ebert-Straße errichtet. 20 Patienten gleichzeitig können in der Einrichtung tagsüber behandelt werden. In Ergänzung dazu wurde 2012 der 1,1 Millionen Euro teure Anbau für die Psychiatrische Ambulanz mit acht Sprechzimmern und zwei Gruppenräumen eröffnet. 

VOLKER DITTMAR

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