Fürther Kofferfabrik startet neu durch

Matthias Boll
Matthias Boll

Lokalredaktion Fürth

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15.8.2020, 16:00 Uhr
Abtanzen dicht an dicht? Bleibt vorerst ein schöner Traum. Zum Auftakt der Saison dürfen in den Koffer-Club lediglich 45 statt sonst 180 Zuhörer - und die müssen an Tischen setzen.

© Hans-Joachim Winckler Abtanzen dicht an dicht? Bleibt vorerst ein schöner Traum. Zum Auftakt der Saison dürfen in den Koffer-Club lediglich 45 statt sonst 180 Zuhörer - und die müssen an Tischen setzen.

Die aktuelle Hängepartie für Clubs und Konzertveranstalter macht der Kofferfabrik zu schaffen. "Wir müssen unser komplettes Herbstprogramm überdenken und umorganisieren", heißt es auf der Homepage der Subkulturmanufaktur. Immerhin gibt Koffer-Chef Udo Martin auf Nachfrage ein ganzes Stück weit Entwarnung.

"Komplettes Herbstprogramm" meint zwar die nicht geringe Zeitspanne vom Konzert-Saisonstart Mitte September bis Ende Dezember; doch das Grundgerüst steht und soll bis Ende August veröffentlicht werden. "Die Dinge können sich stündlich ändern", schränkt Martin ein. Das betreffe die Bands wie auch die coronabedingten Verordnungen.

Fest steht, Stand dieses Wochenende, dass die großen Gigs des Kofferfabrik-Herbstes nicht stattfinden können. Über die Zusagen von Jazz-Gitarrist und Ex-Blood-Sweat-and-Tears-Mitglied Mike Stern sowie von Schlagzeuger Bill Stewart noch vor Corona "habe ich mich gefreut wie ein Schneehase" - doch es brauche zwei ausverkaufte Abende, um die Herren bezahlen zu können. Martin ist sich sicher, dass in normalen Zeiten der Club mit je 180 Zuhörern ausverkauft gewesen wäre. Im Sommer 2020 gilt jedoch: Amerikanische Bands kommen nicht nach Europa, erstens. Zweitens erlauben die aktuellen Regeln der Kofferfabrik lediglich 45 Gäste - und die müssen an Tischen sitzen, da Tanzbewegungen untersagt sind.


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Schmerzhafte Lücken hinterlassen die gestrichenen Auftritte jener Stars und weiterer US-Bands, "deshalb wird unser Herbstprogramm deutlich lokaler und regionaler" - hier ziehen etwaige kurzfristige Absagen zumindest keine Logistik-Großprobleme nach sich. Gesichert ist, nach einem dramatischen Frühjahr, der Fortbestand der Kofferfabrik zumindest bis Jahresende. Kurzarbeit, freistaatliche Zuschüsse und eine Crowdfunding-Kampagne "haben uns gerettet". Und nachdem sich der Neustart (18. Mai) zunächst zäh anließ, lässt seit Ende Juni das Tagesgeschäft den Koffer-Chef wieder etwas freundlicher dreinblicken. Gleichwohl sind die Sommer-Slams, Familien- und Firmenfeiern allesamt abgesagt, auch das traditionelle Rory Gallagher Weekend. "Das ist ein Familientreffen, bei dem sich alle umarmen, Bands wie Zuschauer, und das geht nun mal gar nicht".

Im Theater sind die Saisonvorbereitungen ebenfalls angelaufen, Döring’sche Theaterwerkstatt und TKKG planen Wiederaufnahmen. Im Saal, der 100 Leute fasst, wird Platz sein für zehn.

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