Nach dem Go für Volksfeste

Fürther Michaelis-Kirchweih: Gibt es nun doch noch einen Ersatz?

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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1.10.2021, 17:49 Uhr
Kommt nach dem Aus doch noch eine Light-Version der Michaeliskirchweih? Die Beratungen laufen.

© Hans-Joachim Winckler Kommt nach dem Aus doch noch eine Light-Version der Michaeliskirchweih? Die Beratungen laufen.

Eine eindeutige Antwort kann Wirtschafts- und Kirchweihreferent Horst Müller noch nicht geben. Und allzu große Hoffnungen, will er nicht wecken. Fest steht nur: In den nächsten Tagen trifft sich eine Art Krisenstab.

Keine Kärwa, aber ein Kärwa-Tänzchen: Seit 20 Jahren feiert der Kindergarten Storchennest stets am Vortag der Eröffnung vor St. Michael sein kleines Erntedankfest. Am Freitagnachmittag war es wieder so weit: 40 Vorschulkinder traten, sehr zur Freude der anwesenden Familien, an. Dass es schon zum zweiten Mal nichts wird mit Kärwabummel und Festzugteilnahme, konnte die gute Laune kaum trüben.

Keine Kärwa, aber ein Kärwa-Tänzchen: Seit 20 Jahren feiert der Kindergarten Storchennest stets am Vortag der Eröffnung vor St. Michael sein kleines Erntedankfest. Am Freitagnachmittag war es wieder so weit: 40 Vorschulkinder traten, sehr zur Freude der anwesenden Familien, an. Dass es schon zum zweiten Mal nichts wird mit Kärwabummel und Festzugteilnahme, konnte die gute Laune kaum trüben. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Vertreter der Stadt und der Schausteller beratschlagen dann, ob eine abgespeckte Variante der Kirchweih, wie es sie im vergangenen Jahr unter der Bezeichnung Herbstvergnügen schon gab, doch noch aus dem Boden gestampft werden könnte. Mit Verweis auf die strikten Infektionsschutzregeln hatte die Stadt das verkleinerte Spektakel für heuer im August schweren Herzens abgesagt. Und nun? Die Rolle rückwärts?

Müller sagt es so: Dass die Regierung die Corona-Auflagen lockert und Volksfeste unter Beachtung der 3G-Regel prinzipiell zulässt, sei erfreulich – nur komme das zu spät. "Und das ärgert mich sehr." Bekanntlich sei die Fürther Kärwa – mit ihrem prächtigen Erntedankfestzug und dem Straßenkirchweih-Charakter die "Königin der fränkischen Kirchweihen" – stets das letzte Volksfest im Jahresverlauf.

Wenn das Kabinett also ab 1. Oktober grünes Licht für Volksfeste gibt, schäumt Müller, dann sei das absurd und "gerade so, als würde ich im Oktober ausrufen, dass man jetzt wieder ohne Beschränkungen ins Freibad darf". Dieselbe Entscheidung zwei Monate früher – "dann hätten wir jetzt zumindest ein vernünftiges Herbstvergnügen".

Herbstvergnügen wie 2020 als Ersatz für die Kirchweih?

Ob dieses Herbstvergnügen wie 2020 – mit 50 bis 60 Buden und Fahrgeschäften auf der großen und der kleinen Freiheit sowie dem Hallplatz – auf die Schnelle noch zu stemmen ist, muss jetzt also geklärt werden. Nur: "Das ist schon sehr, sehr kurzfristig."

Der Referent fragt sich auch nach wie vor, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssten. Bräuchte es zur Durchsetzung der 3G-Regel und zur Kontaktdatenerfassung einen Zaun ums Festareal und Security am Eingang? Käme es bei schönem Wetter dann zu Warteschlangen? Und: Rechnet sich so eine spontane Kärwa-Ersatzveranstaltung überhaupt für die Schausteller und Marktkaufleute?

Los ginge es laut Müller im Fall des Falles frühestens Mitte Oktober und dann für maximal zwei Wochen. "Ende November beginnen ja schon die Weihnachtsmärkte." Dazwischen brauche es Zeit für Ab- und Aufbau.

Aussicht auf Weihnachts- und Mittelaltermarkt

Weihnachts- und Christkindlesmärkte können nach dem Willen des Kabinetts ebenfalls wieder stattfinden. Die Perspektive sei gut, hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betont, jedoch auf die Infektionslage verwiesen.

Im Klartext: Bei einer massiven Verschlechterung der Pandemie wäre alles infrage gestellt. Am 12. Oktober gibt es im Wirtschaftsministerium einen Runden Tisch, dann sollen genaue Regeln festgelegt werden.

Diesen Termin müsse man natürlich abwarten, sagt Müller, er zeigt sich aber optimistisch und mit Blick auf die Schaustellerbranche erleichtert. "Für die ist das existenziell."

Einen Weihnachtsmarkt, glaubt der Wirtschaftsreferent, werde es in Fürth heuer geben, wohl auch in Kombination mit dem Mittelaltermarkt. Und doch wäre manches anders sonst.

Ähnlich wie in Nürnberg, wo der Christkindlesmarkt mit entzerrten Budenstraßen neu gestaltet werden soll, ginge es auch in Fürth weniger kuschelig als sonst zu. Müller spricht von breiteren Laufwegen und einer Ausdehnung über zwei Standorte: die große und die kleine Freiheit.

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