Mittwoch, 03.03.2021

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Fürther Rathaus soll in der Stadt stärker aufs Fahrrad setzen

Mehr Abstellplätze, bessere Verbindungen: Wünsche bei der Bürgerversammlung Süd - 18.11.2018 16:00 Uhr

500 neue Fahrradabstellplätze sollen nächstes Jahr in der Ludwigstraße und am Bahnhof entstehen. Doch noch heuer will die Stadt gemeinsam mit der Polizei „Fahrradleichen“ aus den Ständern entfernen.

16.11.2018 © Archivfoto: Hans-Joachim Winckler


Noch vor den Bürgern ist der Oberbürgermeister mit seinem Überblick über die Entwicklung der Kommune an der Reihe: Thomas Jung kann unter anderem vermelden, dass die Fürther Bevölkerung weiter wächst: Zwischen 500 und 1000 Neubürger werde man auch bis zum Ende dieses Jahres begrüßt haben. Auf der anderen Seite stoße die Stadt jedoch in Sachen Bauland vehement an ihre Grenzen.

Im Westen können zwar noch ein paar Gebiete entwickelt werden. Neben all den neuen Wohnungen dürften aber Grünflächen und Spielplätze nicht zu kurz kommen, so der Rathauschef. Und auch die Wirtschaft fordert ihr Recht.

Dennoch: Dem Vorschlag, den der Erlanger Oberbürgermeister diese Woche in die Diskussion brachte, die alte Idee eines gemeinsamen Gewerbeparks der Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen im Knoblauchsland neu zu beleben – Jung kann ihr nichts abgewinnen, wie er den Besuchern versichert: "Wir freuen uns doch darüber, wenn wir unser Gemüse aus der Region bekommen."

Keine Einbahnstraße

Die Bürger treiben unterdessen andere, ihnen im Wortsinn näherliegende Sorgen um: Ob man die Dambacher Straße nicht zu einer Einbahnstraße machen könne, möchte eine Frau wissen. Weil über diese Verbindung aber auch andere Straßen erschlossen werden, bedeute dies, "den Anliegern das Leben massiv" zu erschweren, so Hans-Joachim Gleißner, Leiter des Straßenverkehrsamts. "Außerdem bremst der Gegenverkehr sich gegenseitig aus."

Ludwigstraße und Dambacher Straße sollen nach dem Willen der Stadt vielmehr zu Fahrradstraßen umgewandelt werden. Hier gelte dann einheitlich Tempo 30 für Autos. Zudem haben die Radler Vorrang vor dem motorisierten Verkehr.

Auch die verwirrende Radwegeführung in der Herrnstraße kritisieren einige der Anwesenden. "Ein Stück auf dem Gehweg, das nächste auf der Straße und dann wieder zurück auf den Gehweg, das ist doch viel zu unübersichtlich", moniert ein Bürger. Egal wo, zusammenhängend müsse der Radweg sein. Baureferentin Christine Lippert beruhigt: "Uns ist die Situation in der Herrnstraße bekannt und wir wollen das regeln. Es wird nicht ganz einfach, aber das soll auf jeden Fall geändert werden."

Außerdem fordern die Bürger die Stadt auf, mehr Möglichkeiten zu schaffen, um Räder abzustellen. 2500 neue, für diesen Zweck bestimmte Plätze sollen laut Baureferentin in den nächsten fünf Jahren geschaffen werden – die ersten 500 schon 2019 an der Ludwigstraße und am Bahnhof.

Nicht so leicht zu lösen sei dagegen das Problem, dass viele bestehende Plätze durch kaputte Räder blockiert werden. Allein kann die Stadt jedoch nicht handeln, man muss mit der Polizei kooperieren. "Noch in diesem Jahr werden in einer gebündelten Aktion Fahrradleichen aus dem Stadtgebiet entfernt", verspricht Lippert.

Auch das Thema Gustavstraße ploppt auf. "Abgesehen von den beiden Grafflmarkt-Terminen finden schon keine lauten Veranstaltungen mehr statt", so der Oberbürgermeister. "Außerdem kontrolliert der Ordnungsdienst die Einhaltung der Sperrzeiten und das Verhalten der Raucher vor den Gaststätten." Rechtsreferent Mathias Kreitinger stellt zudem in Aussicht, dass die Kontrollen des Ordnungsdienstes ausgeweitet werden könnten.

Die derzeitige personelle Auslastung lasse entsprechende Aktivitäten nur bis 23.30 Uhr zu. Aber: "Wenn wir mehr Personal haben, können wir auch nachts noch kontrollieren", erklärt Kreitinger. Laut Polizei sei die Gustavstraße aber "eine völlig unauffällige Straße", es gebe kaum Anzeigen.

Der Grillplatz an der Siebenbogenbrücke sorgt ebenfalls immer wieder für Unmut. Ein zu schnelles Einknicken vor der im Sommer von Jugendlichen gegründeten "Aktion Protestgarten" wirft eine Besucherin der Stadtspitze vor. "Wir haben uns mit den Argumenten von beiden Seiten auseinandergesetzt und dann die Entscheidung getroffen", erklärt der OB.

Einen Grillplatz um 20 Uhr zu schließen, sei "einfach absurd". Wie in der Gustavstraße kontrolliere auch hier der kommunale Ordnungsdienst die Einhaltung der Regeln. "Ab 22 Uhr herrscht Nachtruhe, die von unseren Bediensteten auch durchgesetzt wird", versichert Kreitinger. "Außerdem sei doch seit Oktober der Grillplatz am Flussdreieck geöffnet – und im nächsten Jahr komme noch einer an der Hardhöhe hinzu.

Simon Schübel

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