Fürther S-Bahn-Trasse: Herrmann fordert Doppelplanung

12.4.2017, 06:00 Uhr

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Die Deutsche Bahn, so heißt es in einer Pressemitteilung des Innen- und Verkehrsministeriums, sei auf Herrmanns Initiative hin beauftragt worden, zusätzlich zu der von ihr bevorzugten Verschwenk-Trasse auch die Streckenführung zu planen, die sich die Stadt Fürth seit Jahren wünscht: entlang der bestehenden Bahntrasse nach Erlangen, ohne den Schwenk durchs Knoblauchsland. Die Doppelplanung soll gewährleisten, dass nach dem Urteil sofort mit dem Bau der Variante begonnen werden kann, die das Gericht für zulässig hält.

"Wir dürfen hier nicht länger Zeit verlieren. Die Metropolregion braucht dringend eine Leistungsverdichtung auf dieser viel befahrenen Strecke", wird Herrmann in der Mitteilung zitiert. Die neue S-Bahn-Strecke soll künftig auf der stark frequentierten Linie der S1 von Nürnberg über Fürth und Erlangen nach Forchheim den gewünschten 20-Minuten-Takt ermöglichen.

Im Fürther Rathaus begrüßt man die Nachricht aus München. "Es ist gut, dass Herrmann da weiter Druck macht", sagt Oberbürgermeister Thomas Jung – und betont: Dass man alternativ plant, sei eine "kluge Geschichte, wir wollen ja alle, dass es vorangeht". Allerdings sei dies keine neue Idee, sondern vor einiger Zeit schon fest mit der Bahn vereinbart worden. Herrmanns neues Drängen sei nur logisch.

Baustopp seit 2014

Der Streit zwischen dem Konzern und der Stadt Fürth hat das Projekt bereits stark verzögert. Die Kommune lehnt die von der DB vorgesehene Führung der S-Bahn quer durchs Knoblauchsland vorbei an Steinach nach Erlangen strikt ab. Der Flächenverbrauch ist ihrer Ansicht nach zu groß, zudem sei diese Variante teurer als die andere. Per Eilantrag hatte die Stadtspitze im Herbst 2014 erreicht, dass der begonnene Bau so lange ruht, bis über ihre Klage gegen die Verschwenk-Strecke entschieden ist. Einen Etappensieg hatte Fürth im Februar errungen, als das Verwaltungsgericht die Bahn aufforderte, Unterlagen zum Schwenk herauszugeben.

Mitte Oktober treffen sich die Streitparteien vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Jung: "Dann wissen wir mehr."

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