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Sonntag, 12.07.2020

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Fürther Schulen: Die Digitalisierung steht weit oben

Bürgermeister Markus Braun geht mit Mammutprojekten in seine dritte Amtszeit - 01.06.2020 16:00 Uhr

Der Modul-Anbau an der Pestalozzi-Schule ist fertig, und Markus Braun (vorne) sieht seiner dritten Amtszeit als Bürgermeister und Schulreferent entgegen, die noch einige weitere Baumaßnahmen bringen wird. „Pesta“-Schulleiter Thomas Bauer freut sich, dass seine rund 550 Schüler bald mehr Platz bekommen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


"Bis vor kurzem war das ein Thema unter vielen, jetzt ist es sehr viel dringlicher geworden", sagt der jüngst erst mit 46 von 51 Stimmen in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats wiedergewählte zweite Bürgermeister, der für die Themen Schule, Bildung und Sport zuständig ist. Zu Beginn seiner dritten Amtszeit hatte Braun nun in den Pausenhof der Grund- und Mittelschule Pestalozzistraße eingeladen, um einen Ausblick auf die kommenden sechs Jahre zu geben.

Die Digitalisierung also soll rasch den lange überfälligen "Modernisierungsschub" bekommen. Zwei Millionen Euro stellt die Stadt bereits heuer dafür zur Verfügung, weitere Millionen sollen in den kommenden Jahren folgen – nachdem die Mittel von Bund und Freistaat spärlicher fließen, als man es sich im Rathaus erhofft hatte. Mit dem Geld sollen zunächst einheitliche Software-Standards an den Fürther Schulen geschaffen werden.

"Es ist wichtig, dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat", sagt Braun, der dabei vor allem an Videokonferenzen oder digitale Lernplattformen denkt. Bereits jetzt seien alle Schulen ans Glasfasernetz angebunden, das schnelles Internet ermöglicht. Nun wünscht sich Braun, dass die nächsten Schritte zügig folgen. "Hätte uns die Krise ein Jahr später erwischt, hätten wir schon besser darauf reagieren können", mutmaßt er.

 

Die Schulen werden größer

 

Ähnlich verhalte es sich mit den zahlreichen Bauvorhaben an den Fürther Schulen. Auch hier wäre er gern schon ein Jahr weiter. "Die Finanzplanung steht, nun muss der Bau vorankommen." Auf dem Programm stehen einige Mammutprojekte wie die Generalsanierung des Helene-Lange-Gymnasiums, der Neubau des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums sowie die Generalsanierung der Berufsschule II. Weit über 150 Millionen Euro werden diese drei Vorhaben verschlingen.

Darüber hinaus sind einige Erweiterungsbauten an einzelnen Schulstandorten geplant. Denn: Allein an den 14 Fürther Grundschulen werden bis zum Schuljahr 2023/24 bis zu 700 zusätzliche Kinder prognostiziert. Die Adalbert-Stifter-Schule, die Farrnbachschule sowie die Grundschulen Frauenstraße, Soldnerstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Stadeln sollen mehr Platz bekommen. Zehn bis 15 Millionen Euro sind für diese Maßnahmen vorgesehen.

Schon größer geworden ist die Grund- und Mittelschule Pestalozzistraße: Dort wird sich im September ein Anbau in Modulbauweise mit Leben füllen. 4,5 Millionen Euro hat er gekostet. Klassenzimmer, Räume für die Ganztagsbetreuung und eine Mensa werden darin untergebracht.

Neben den Schulen liegen die Bereiche Sport und Gesundheit in Brauns Zuständigkeit. Auch da hat die Corona-Krise einiges in den Fokus gerückt, das bisher eher ein Nischendasein fristete. Etwa den nicht organisierten Freizeitsport, der in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen ungeahnten Zulauf erhielt.

 

Ein weiterer Trimm-dich-Pfad

 

Braun möchte deshalb einen weiteren Aktiv-Fitness-Platz fürs Workout unter freiem Himmel in der Südstadt einrichten; auch ein zusätzlicher Trimm-dich-Pfad ist geplant.

Im Bereich Gesundheit gilt es, die Generalsanierung und den Ausbau des Klinikums zu schultern. Kostenpunkt: mehr als 150 Millionen Euro. Außerdem soll in den nächsten Jahren ein Pflegestützpunkt in der Stadt entstehen.

Weiterlaufen wird auch das Projekt Gesundheitsregion Plus, das sich 2021 dem Thema Pflege widmet. Weiterhin will man damit auch Familien in prekären Lebenslagen unterstützen sowie die Bewegung von Senioren fördern.

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