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Fürthermare lässt die Muskeln spielen

Im zweiten Stock hat ein Fitnessclub eröffnet, der das Bad attraktiver machen und die infra entlasten soll - 22.10.2011 10:00 Uhr

Zu den ersten, die die neuen Geräte im Fitnessstudio des Fürthermare ausprobierten, gehörte auf Einladung des Bads SpVgg-Spieler Christian Rahn (links), der sich von Studioleiter Oliver Kocher Tipps geben ließ.

© Edgar Pfrogner


Wohin Horst Kiesel, Betreiber des Fürthermare, auch blickt: Überall will die Konkurrenz mit An- oder Umbauten mehr Besucher anlocken. Kalt lassen kann ihn das nicht, schließlich ist ihm daran gelegen, dass es möglichst viele Menschen ins warme Wasser des Fürther Thermalbads zieht. Jede neue Attraktion der anderen macht seinen Job jedenfalls nicht einfacher. Und neue Attraktionen gibt es zuhauf.

Im Steiner Palm Beach zum Beispiel soll „Europas größtes Rutschenparadies“ entstehen. Der Baubeginn hat sich nach Anwohnerprotesten (wir berichteten) zwar verzögert, aber nun liegt die Baugenehmigung vor, die acht neuen Rutschen werden wohl kommen.

Im Atlantis in Herzogenaurach hat man im Sommer derweil die Eröffnung eines Wasserspielparks gefeiert: Eine Kriechrutsche mit Vogelkäfig, ein Megawasserrad, eine Dschungelbrücke und ein 350 Liter fassender Kippeimer, dessen Inhalt sich tosend ergießt, sollen Kinderherzen höher schlagen lassen. In der Franken-Therme in Bad Windsheim wurde die Saunalandschaft erweitert, in Forchheim ein Ganzjahresbad geschaffen, in Bamberg entsteht das erste „ökologische Freizeitbad“ Europas.

„Die Zeit ist schnelllebiger geworden“, sagt Kiesel. „Die Menschen erwarten Attraktionen, ihnen wird schneller langweilig. Wir dürfen nicht stehenbleiben.“ Vier Jahre nach der Eröffnung sei es an der Zeit gewesen, dass sich auch das Fürthermare weiterentwickelt. Seit Juni wurde aus diesem Grund das zweite Obergeschoss, das sich noch im Rohbau befand, ausgebaut und in einen Fitnessclub verwandelt. Die infra Fürth als Hausherrin und Vitaplan, die Betreibergesellschaft des Fürthermare, haben gemeinsam rund eine Million Euro in das Projekt „Vitamare“ gesteckt.

Auf 650 Quadratmetern kann nun an modernsten Geräten trainiert werden, ab Dezember finden in einem Gymnastikraum auch Kurse statt. Das Besondere: Allen Mitgliedern stehen das Spaß- und Thermalbad sowie das Hallenbad offen, gegen einen Aufpreis kann auch die Saunalandschaft genutzt werden. Ein Fitnessstudio, zu dem ein ganzes Bad gehöre, das sei einmalig im Großraum, betont Vitaplan-Geschäftsführer Kiesel, auch Oberbürgermeister Thomas Jung zeigte sich bei der gestrigen Eröffnung angetan.

Für das Vitamare müssen Mitglieder allerdings tiefer in die Tasche greifen als für ein normales Studio: Im Monat sind 74 Euro fällig, mit Sauna 108 Euro. Geboten werden ihnen dafür eine „familiäre Atmosphäre“ und individuelle Betreuung. Mittelfristig träumt Vitaplan-Geschäftsführer Kiesel von 600 Mitgliedern und glaubt, dass das Ziel nicht zu hoch gesteckt ist: Die Menschen seien bereit, für ihre Gesundheit Geld auszugeben, wenn sie dafür Qualität bekommen. Dass rund 100 Verträge bereits unterzeichnet sind, stimmt Kiesel zuversichtlich.

Große Erwartungen an das Fitnessstudio hegt man auch bei der infra, deren Kassen das neue Angebot entlasten soll. Die städtische Tochtergesellschaft unterstützt Vitaplan seit 2009 mit Beihilfen, um die enormen Verluste abzufedern, die dem Betreiber entstehen, weil er neben dem Gewinn machenden Fürthermare die defizitären Hallenbäder und das Freibad betreibt.

Wie berichtet, hegt Kiesel weitere Pläne, die Attraktivität des Fürthermare zu steigern. Die Gespräche für ein Hotel, das auf dem Gelände des Freibads entstehen soll, laufen noch, so Kiesel. Auch ein Tauchturm und eine Physiotherapeutische Abteilung schweben dem Badbetreiber in naher Zukunft vor. Eine ideale Ergänzung wäre das fürs Fürthermare — und ein weiterer Unterschied zur Konkurrenz.

Claudia Ziob

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