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Dienstag, 25.06.2019

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Fürthopia macht aus Kindern kreative Stadtplaner

Von der Siedlung aus Lehm und Holz bis zur Großstadt: Am Catch Up wird eine Woche lang gebaut und geträumt - 28.07.2018 16:00 Uhr

Das Team hinter Fürthopia: Vertreter vom Catch Up, dem Amt für Abfallwirtschaft, dem Bürgermeisteramt und von der Schule der Phantasie. © Foto: Leberzammer


Eine Stadt entsteht nicht über Nacht. Im Garten des Jugendzentrums Catch Up bekommen die Teilnehmer für die Entwicklung von der ersten kleinen Siedlung bis zur modernen Großstadt ab kommendem Montag allerdings auch nur fünf Tage. Mit den selbstgebauten Modellen sollen sie historische und gesellschaftliche Zusammenhänge spielerisch und eigenverantwortlich entdecken.

"Wir wollen die Kinder dafür sensibilisieren, wie urbane Strukturen entstehen", sagt Ulrike Irrgang vom Verein "Schule der Phantasie", in dem das Konzept von Fürthopia entwickelt worden ist. Als trockene Geschichtsforschung darf man sich die Stadt der Kinder allerdings auf keinen Fall vorstellen. "Raum zum Träumen und Spinnen" werde es dort geben, versprechen die Veranstalter.

"Wir unterstützen und zeigen Techniken, lassen den Kindern ansonsten aber freie Hand, um selbst Lösungen zu finden", erklärt Thomas Mohi, der mit Ulrike Irrgang und zwei weiteren Vertretern der Schule der Phantasie den Nachwuchsstadtplanern über die Schulter schauen wird. Alle vier sind schon gespannt, "denn wir wissen ja nicht, was hier passieren wird."

Einen kleinen Rahmen bekommen die jungen Bauherren und –frauen jedoch schon gesetzt: An jedem Tag wird mit unterschiedlichen Materialien und Bautechniken gearbeitet – vergleichbar der Entwicklung Fürths in den vergangenen 1000 Jahren, nur eben komprimiert auf eine Woche. Am Montag werden erste Häuser aus Lehm, Holz und allem, was sich auf der "Baustelle" eben findet, errichtet. An Tag zwei kommen Straßen und Handel mit ins Spiel, dazu Gips – die Stadt beginnt zu wachsen. An Tag drei wird dann bereits mit Draht, Kartonagen, Farbe und Mosaiken gearbeitet. In Fürthopia könnten dann eigene Stilrichtungen entstehen und es wird der Frage nachgegangen, was eine Stadt einzigartig macht. Am vierten Tag soll schließlich der Sprung in die Großstadt getan werden, während sich die Kinder am Freitag bei freier Materialwahl darüber austauschen können, was in ihrer Stadt noch fehlt und welche Zukunft sie haben soll.

Die ganze Woche über werden sie dabei auf ähnliche Herausforderungen stoßen wie die Großen: Lebensanforderungen und Planung, Teamfindung und Absprachen, Ideenfindung, -eignung und –realisation, vorhandenes Material und begrenzte Zeit. Und weil jeden Tag eine andere Kindergruppe den Bau vorantreiben wird, übernehmen sie damit quasi das Erbe früherer Generationen und müssen mit diesen "historischen" Gegebenheiten zu Recht kommen.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt und vom Catch Up, das seinen Garten an der Kapellenstraße 47 vorübergehend in eine Baustelle und Miniatursiedlung verwandeln lässt, sowie von einigen Sponsoren aus der Wirtschaft. "Die Idee hat uns sofort angesprochen", erzählt Britt Hungele vom Bürgermeister- und Presseamt, "weil es junge Menschen dazu bringt, als Planer ihre Stadt weiterzudenken." Gerade im Jubiläumsjahr müsse man Raum für Visionen schaffen.

Die ersten drei Vormittage sind bereits von Hortgruppen belegt, ansonsten sind noch Anmeldungen über das Ferienprogramm möglich. Donnerstag- und Freitagvormittag stehen aktuell noch für größere Gruppen, gerne auch Familien, frei. Auch spontan kann man vorbeischauen. 

Armin Leberzammer

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