Fürths Asylbewerber-Lager verschwindet

27.3.2010, 00:00 Uhr
Nachdem die Regierung nicht mehr Mieter der Einrichtung ist, bereitet der private Grundeigentümer das Gelände Ecke Hintere Straße für eine neue Nutzung vor.

© Horst Linke Nachdem die Regierung nicht mehr Mieter der Einrichtung ist, bereitet der private Grundeigentümer das Gelände Ecke Hintere Straße für eine neue Nutzung vor.

Weil der Zustrom von Asylanten aufgrund einer restriktiveren Einreisepraxis deutlich zurück gegangen ist, hat die Regierung von Mittelfranken als Betreiber der Einrichtung den Mietvertrag zum Jahresende gekündigt. Bereits am 7. August war ein Gebäudekomplex, die Gemeinschaftsunterkunft, geräumt worden.

Bis Ende August 2009 war dann auch das so genannte »Ausreisezentrum« in unmittelbarer Nachbarschaft von seinen Bewohnern verlassen. Kritiker sprachen von einem Abschiebelager und beklagten die Kasernierung der nicht anerkannten Flüchtlinge in dem von Zäunen umgebenen Wohnkomplex. Wiederholt demonstrierte der Bayerischer Flüchtlingsrat vor dem Lager.

Die Bewohner der Fürther Einrichtungen wurden in Wohngemeinschaften oder separat im Großraum untergebracht. Nicht jedoch in der weiterhin bestehenden Zirndorfer Aufnahmeeinrichtung an der Rothenburger Straße. Von dieser ersten Anlaufstelle werden Asylbewerber landesweit verteilt.

In Fürth gibt es lediglich noch ein ausschließlich von Asylbewerbern bewohntes Gebäude. Es war für Menschen eingerichtet worden, die medizinische Hilfe benötigen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist nach den Worten von Franz Ganster, Flüchtlingsbetreuer der Fürther Caritas zwar angespannt, aber nicht aussichtslos. Der Spozialpädagoge kümmert sich bereits seit 1991 um die Flüchtlinge in Fürth. Bis Ende 2004 leitete er die kleine Contontainer-Wohnanlage an der Mainstraße.

436 Asylbewerber gibt es laut Ganster derzeit in Fürth. Im August letzten Jahres waren es noch 457. einschließlich der geduldeten und eingeheirateten Flüchtlinge schätzt der Betreuer die Zahl der aus ihrer Heimat geflohenen Menschen in Fürth auf 800 bis 900. Auch wenn der große Andrang Geschichte ist: Franz Ganster hat noch immer alle Hände voll zu tun.