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Fürths Kufo-Restaurant hat einen neuen Pächter

Der Umbau läuft - Auf der Speisekarte werden Pizza und Pasta stehen - 19.09.2019 06:00 Uhr

Karzan Saleh kam 2000 aus dem Irak nach Deutschland. „Ich habe immer in der Gastronomie gearbeitet“, sagt der 35-Jährige, der mit seiner Familie in Stein lebt. © Tim Händel


Die tollkühnsten Optimisten hatten auf den 1. September als Starttag getippt. Sie benötigen nun einen etwas längeren Geduldsfaden. "Ich hoffe sehr, dass wir im November loslegen können, ich will das unbedingt", sagt Karzan Saleh. Der 35-jährige Gastronom ist der neue Geschäftsführer des Restaurants im Kulturforum und macht in diesen Tagen gemeinsam mit seinem Innenarchitekten die Erfahrung: Es gibt immer was zu tun. Manchmal mehr, als einem lieb ist.

"La Scala" wird das Lokal voraussichtlich heißen, doch der Weg auf der Leiter – so heißt das italienische Wort übersetzt – begann ungewöhnlich steil. Im August Handwerker fürs Renovieren zu finden, war die erste Herausforderung. Die zweite: Mit Durchwischen und Streichen war es, vorsichtig formuliert, nicht getan.

Dass es nur dabei bliebe, hätte auch Saleh, seit 2009 Restaurantleiter des Chilli’s in der Nürnberger Pfannenschmiedsgasse, selbstredend nicht erwartet; dass aber Tresen, Kühlanlagen und Küche allesamt ein Fall für den Recyclinghof sein würden, war dann doch eine unerwartete Überraschung. Weil der Tresen beim Einbau vor 15 Jahren aufs blanke Holz gestellt wurde, gleicht er 2019 einem Feuchtgebiet. 364 Betriebstage pro Jahr haben ihre Spuren hinterlassen. Neue Elektrik, neue Bestuhlung, neue Bar: Derzeit sind es viele Hände, die fürs neue Lokal anpacken. "Wir sind jetzt im Plan", sagt der Chef.

Das zuvor namenlose Kufo-Restaurant hatte seit dem Start 2004 Martin Reichel geleitet. Im Juli zog sich der Pächter, wie berichtet, aus dem Betrieb zurück, ein Zettel an der Tür hinterließ verblüffte Gäste und ratlose Gesichter im Rathaus. Weil die Stadt Betreiber des Kulturforums ist, Eigentümer jedoch die Kulturstiftung Fürth, gestalteten sich auch die Vertragsverhandlungen mit Saleh — unterschrieben hat der aus dem irakischen Erbil stammende Gastronom, der mit seiner Familie in Stein lebt, einen Zehn-Jahres-Pachtvertrag — kompliziert. "Auch wir als Kulturbetrieb haben unsere Wünsche", äußert Kufo-Sprecher Norbert Arndt. Derzeit tröstet er allerdings Mitmenschen, die im Kufo vor dem Juli ihre herbstliche Privatfeier gebucht haben. Mindestens bis November ist das nicht möglich. "Sehr unangenehm, aber leider nicht zu ändern."

Zum Auftakt der Kufo-Saison am Freitag mit der Band A Pocketful of Blues und bis zur Lokal-Eröffnung übernimmt das Uferpalast-Team den "fliegenden Ausschank". Immerhin kein Start mit trockenen Kehlen. Und wer nun noch immer über das Speisenangebot des neuen Restaurants mit dem italienischen Namen grübelt: Pizza und Pasta werden die Speisekarte zieren. Fränkisches soll die Mittagskarte dominieren, auch bleibt es bei der täglichen Startzeit 11 Uhr. Ob Saleh ebenfalls um 1 Uhr oder um Mitternacht schließt, ist aktuell noch offen.

Mehr Informationen über das "Kulturforum" in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Matthias Boll

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