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Fürths Milchhäusla bleibt vorerst unangetastet

Stadt wartet ab: Die derzeitige Pächterin darf zumindest in diesem Jahr weitermachen - 22.01.2015 21:00 Uhr

Noch keine Kündigung: Der Kiosk in der Adenaueranlage kann unverändert weiterwirtschaften. © Archivfoto: Winckler


In ihrem Vorstoß hatten die Christsozialen reichlich verklausuliert gefordert, die Stadt möge für „eine Veränderung des Sortiments“ sorgen, und gaben dann zu verstehen: Es gehe vor allem darum, den Ausschank von alkoholischen Getränken schnell zu stoppen, denn durch ihn werde die Aufenthaltsqualität in der Anlage negativ beeinflusst. Die Stadt könne dies als Eigentümerin des Kiosks mit seinen 24 Sitzplätzen „vertraglich regeln“.

Für den Fall, dass die Pächterin Rosemarie Lottes „für eine Sortimentsänderung nicht zur Verfügung“ steht, verwies die CSU auf andere Interessenten – und damit, ohne es auszusprechen, auf die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Dies wäre laut Stadt mit dreimonatiger Frist möglich und war schon im Herbst 2014 ins Gespräch gebracht worden.

Auf Bitten von Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller legte die CSU-Fraktion ihren Antrag jedoch in der jüngsten Sitzung des städtischen Wirtschaftsausschusses zu den Akten. Sie akzeptierte das Argument der Stadtspitze, die auch von ihr erwünschte Veränderung und Aufwertung sei erst sinnvoll, wenn man wisse, ob der Wochenmarkt seinen Platz künftig in der Adenaueranlage bekommt.

Wie berichtet, soll im Lauf des Jahres entschieden werden, ob Standort der Innenstadtpark oder der Bahnhofplatz sein wird. Im Frühjahr 2016 soll der Markt dann den Betrieb im neuen Quartier aufnehmen; fällt die Wahl auf die Adenaueranlage, kann möglicherweise die Gastronomie darauf abgestimmt und einbezogen werden.

Viele Bewerber

Nach Auskunft des Rathauschefs gebe es bereits jetzt „eine Vielzahl von Bewerbern und Konzepten“ für das Milchhäusla, diese Resonanz habe er „nie erwartet“. Namen nannte Jung nicht, es seien jedoch „Fürther Persönlichkeiten“ darunter, die manchen überraschen würden. Der OB machte erneut kein Hehl daraus, dass auch ihm der derzeitige Zustand des Kiosks in der zentralen Grünanlage nicht behagt und dass auch er sich vor allem am Alkoholkonsum direkt neben dem Spielplatz stört.

Die Pächterin habe ihm jedoch zu verstehen gegeben, dass der stetige Verkauf von Bier „Geschäftsgrundlage“ sei, sprich: existenziell wichtig für den Betrieb. Kamran Salimi (Grüne) und Ulrich Schönweiß (Linke) mochten die Aufregung darüber nicht nachvollziehen, zumal die Kiosk-Gäste nie störend in Erscheinung getreten seien. Salimi plädierte dafür, „die Kirche im Dorf zu lassen“, und wandte ein, dass auch zwei andere Gastronomiebetriebe am Rand der Adenaueranlage Alkohol ausschenken, ohne deswegen behelligt zu werden. Deren Räume allerdings, so Jung, würden auch nicht von der Stadt verpachtet. Die Kommune sei verpflichtet zu reglementieren, was in ihren Liegenschaften verkauft wird.

Kritik an einer möglichen Kündigung der Pächterin hatte in den vergangenen Monaten der menschliche Aspekt ausgelöst: Denn mit ihrem Alter von 59 Jahren stünde Rosemarie Lottes nach zwei Jahrzehnten als Betreiberin des Kiosks ohne berufliche Perspektive da. Dem Vernehmen nach würde sich die Stadt jedoch um eine alternative Beschäftigung für sie bemühen.  

Wolfgang Händel

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