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Fürths Schulamt holt erste Teamlehrkräfte ins Boot

Aushilfskräfte unterstützen Pädagogen in Fürth, die zur Risikogruppe gehören - 21.10.2020 21:00 Uhr

Eine Notlösung soll Entlastung bringen: Aushilfskräfte übernehmen den Dienst von Pädagogen, die zur Risikogruppe gehören.

20.10.2020 © Foto: Friso Gentsch/dpa


Das Bayerische Kultusministerium hatte zur Bewerbung als Teamlehrkraft aufgerufen und Mittel für 800 Vollzeitstellen zu Verfügung gestellt. Das Ziel: Auch in Coronazeiten sollen der Regelbetrieb unter bestimmten Hygieneauflagen aufrechterhalten und längere Schulschließungen unbedingt vermieden werden. Aushilfen übernehmen den Präsenzunterricht von Stammlehrern, die coronabedingt nicht selbst vor der Klasse stehen können, weil sie zur Risikogruppe gehören, aber im Hintergrund die Fäden in der Hand behalten.

Enger Kontakt

Eine Teamkraft bereitet mit der Klassenleitung zusammen den Unterricht vor, bekommt von ihr das Material und leitet die Kinder im Unterricht an. "Die Aushilfen sind sozusagen der verlängerte Arm der erfahrenen Pädagogen", erläutert Wilfried Brehm, Schulrat am Staatlichen Schulamt in Fürth. "Die gefährdete Klassenleitung kann Zuhause bleiben, hält aber engen Kontakt zur Aushilfe und steht ihr mit pädagogischen Tipps zur Seite. Sie bereitet auch Proben vor und korrigiert diese.


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Bei den staatlichen Schulämtern ist man froh über die neue Lösung. Denn so müssen die Leute aus der Mobilen Reserve nicht mehr die durch die Pandemie verursachten Personallücken füllen. "Sie sind dann wieder frei für normale Krankheitsfälle", sagt Brehm.

"Im Unterricht sind sie doch alleine"

Er ist gespannt, wie sich die Aushilfen im Schulalltag bewähren. Das hänge stark von der Persönlichkeit der oder des einzelnen ab. "Auch wenn sie viel mit der Klassenleitung in Verbindung stehen, im Unterricht sind sie doch alleine." Damit das System funktioniert, hält er es für wichtig, dass die Neuen von Anfang an ins Kollegium aufgenommen und vom gesamten Team unterstützt werden.

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Das Interesse an der Ausschreibung ist groß. Über 6000 Bewerbungen sollen bisher eingegangen sein. Aus der Liste hatte man sich in Fürth Frauen und Männer ausgesucht, die sich dann mit einem Lebenslauf bewerben sollten.


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Die Wahl fiel auf Leute, die Lehramt studieren und das erste Staatsexamen abgelegt haben, sich in höheren Fachsemestern des Lehramtsstudiums befinden oder mit einem anderen abgeschlossenen Hochschulstudium und Erfahrung in der Jugendarbeit punkten können. Alle kommen aus Fürth und Umgebung. "Das war ein kniffliger Prozess. Schließlich müssen Schule und künftige Teamlehrkraft zusammenpassen", sagt Brehm.

Die ersten vier haben ihre Verträge nun für Fürth Stadt und Landkreis unterschrieben. Jetzt steht nur noch das erweiterte Führungszeugniss aus. Es wird gebraucht, wenn jemand in der Beaufsichtigung, Betreuung, Erziehung oder Ausbildung Minderjähriger eingesetzt wird und seinen polizeilich und juristisch einwandfreien Leumund dokumentieren muss.

"Besser als nichts"

Das neue System sei "besser als nichts, um die Not zu lindern", sagt Claus Binder, erster Vorsitzender der Fürther Kreisgruppe des Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Er kritisiert, dass den Aushilfen eigentlich das didaktische und methodische Kow-how fehle. Man könne aber davon ausgehen, dass die meisten von ihnen schulaffin seien, bereits Praktika absolviert haben und ihre neue Aufgabe im Zusammenspiel mit erfahrenen Pädagogen bewältigen können.

"Es ist eine Notlösung, aber wir leben eben auch in Notzeiten." Während einer Pandemie sei jedes Mittel recht, die Lehrkräfte zu entlasten, die gesund sind, aber seit Jahren am Limit arbeiten – damit sie nicht physisch und psychisch krank werden.

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