Kripo vor Ort

Fußgänger finden Neugeborenes in Langenzenn: Zustand weiter kritisch

2.6.2021, 16:50 Uhr
Am Mittwochmorgen wurde in Langenzenn ein neugeborenes Kind gefunden.

Am Mittwochmorgen wurde in Langenzenn ein neugeborenes Kind gefunden. © ToMa

Die Passanten entdeckten das Neugeborene gegen 6.40 Uhr in einer Grünfläche im Bereich der Klosterstraße. Sie alarmierten umgehend Polizei und Rettungsdienst und nahmen das Kind bis zum Eintreffen der Rettungskräfte an sich. Nach Angaben der Polizei war es "notdürftig eingewickelt", als die Fußgänger es fanden.

Unverzüglich wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Es war anzunehmen, dass sich die Mutter des Kindes in einer hilflosen Lage befinden könnte. Ein Polizeihubschrauber kreiste zeitweise tief über Langenzenn und dem nordwestlichen Teil des Landkreises Fürth. Auch Personensuchhunde kamen zum Einsatz.

Rasch ergaben sich erste Hinweise auf eine junge Frau aus dem Stadtgebiet Langenzenn. Die Frau konnte gegen 8 Uhr an ihrer Wohnanschrift angetroffen werden und räumte ein, die Mutter des aufgefundenen Kindes zu sein. Derweil sind die Hintergründe noch völlig unklar.

Zustand des Kindes ist kritisch

Fürther Kriminalpolizei, Spurensicherung und ein Notfallseelsorger waren vor Ort. Das Fachkommissariat der Kripo Fürth hat die ersten Ermittlungen aufgenommen.

Wann genau das Neugeborene zur Welt kam, wie lange es in der Grünfläche lag, das sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen, heißt es seitens der Polizeipressestelle. Zum Alter der Mutter machten die Beamten zum Schutz der Betroffenen ebenso wenig Angaben wie zum Geschlecht des Kindes.

Der Zustand des Kindes sei weiter kritisch, hieß es auf FN-Nachfrage am Nachmittag aus dem Fürther Klinikum. Es sei am Morgen "stark unterkühlt" ins Krankenhaus gekommen und es sei noch nicht über den Berg. Derzeit werde es beatmet, es sei aber "kreislaufstabil".

Auch die Mutter wurde vorsorglich in eine Klinik zur weiteren ärztlichen Versorgung verbracht. Gegen sie wurde inzwischen Haftantrag seitens der Staatsanwaltschaft gestellt. Ein Ermittlungsrichter muss nun prüfen, ob sie in Untersuchungshaft muss.

Derweil ist die Bestürzung und Anteilnahme in Langenzenn groß. Auch im Rathaus ist große Betroffenheit zu spüren, sagt Christian Ell, zweiter Bürgermeister.

Der Artikel wurde zuletzt um 16.50 Uhr aktualisiert.


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