Montag, 24.02.2020

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Gegen Klimakrise: Bund fördert Stein mit zehn Millionen Euro

Das Energiekonzept der Stadt spart 25.000 Tonnen Kohlendioxid ein - 30.01.2020 06:00 Uhr

Ein großes Blockheizkraftwerk steht im Keller des Erlanger Fraunhofer Instituts. Es wird mit Erdgas betrieben und hat einen Warmwasserspeicher. © Kurt Fuchs /info@fuchs-foto.de


Bürgermeister Kurt Krömer animierte dies zu dem Ausspruch: "Wir spielen nun in der Energie-Bundesliga."

In Zeiten von Klimakrise und Energiewende ist es fast normal, dass Kommunen Energiekonzepte erstellen lassen. Doch welche Stadt in der Größenordnung von 14.000 Einwohnern kann schon von sich behaupten, dass sie im Bemühen, Kohlendioxid einzusparen, so stark unterstützt wird?


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Sowohl Bürgermeister Krömer als auch Stadtwerke-Geschäftsführer René Lukas machten deshalb aus ihrer Freude kein Hehl. Die Stadtwerke Stein (StSt) hatten das Energiekonzept bei der Technischen Hochschule Amberg-Weiden bestellt. Und eine Machbarkeitsstudie ergab: Die Umsetzung des sogenannten innovativen iKWK-Systems ist möglich.

"Daher haben wir uns mit diesem System bei einer bundesweiten Ausschreibung beworben und durchgesetzt. Nun fließen in den nächsten 15 Jahren rund 10 Millionen Euro Fördermittel nach Stein", erklärte Lukas. Auch für Uni-Professor Markus Brautsch war der Zuschlag "ein großer Augenblick".

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Ausschreibung startet

Noch in diesem Jahr soll die Technik ausgeschrieben werden. In drei Jahren sollen die Anlagen in Betrieb gehen. Vier der zehn Millionen Euro sind für die Investition veranschlagt. Mit dem Rest des Geldes wird der laufende Betrieb bezuschusst.

Kernstück ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Das kann 2000 Kilowatt Strom erzeugen und soll über den Förderzeitraum von 15 Jahren insgesamt 45.000 Stunden in Betrieb sein. Wenn das BHKW läuft, wird dessen Abwärme ins Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist, das bereits etwa 1200 Wohnungen und Häuser versorgt. Der gewonnene Strom reiche für über 5000 Steiner Haushalte aus, so die Berechnung.


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Ist das BHKW im Sommer ausgeschaltet, wird die vor allem für Warmwasser nötige Wärme mit Hilfe von Wärmepumpen gewonnen. Deren Strom wiederum stamme aus Wind-, Solar- oder Wasserkraftwerken, erklärte Lukas. Außerdem sei das Heizkraftwerk auch noch "netzdienlich": Es könne die immer stärker aus unsteten Ökokraftwerken stammende Stromerzeugung ausgleichen, ergänzte Brautsch. Und laut Lukas spare diese Kopplung von Wärme und Strom über die 15 geplanten Betriebsjahre hinweg eine Menge von 25.000 Tonnen Kohlendioxid ein.

Ein "dezentrales, nachhaltiges Energiekonzept, der ergänzende Baustein für die Energiewende in Stein", nennt der Stadtwerke-Chef das, was nun entstehe. Dies wolle man auch den Bürgern bald in Infoveranstaltungen nahebringen. Für Bürgermeister Kurt Krömer wiederum steht fest: "Anderswo wird nach der Energiewende gerufen – in Stein handeln wir."

Heinz Wraneschitz

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