Geld für Musikerin und für Senioren

14.10.2011, 13:00 Uhr
Hat in Nürnberg studiert, will nun nach Hamburg und wird von Fürth aus gefördert: Jamila Musayeva aus Aserbaidschan spielte gestern für  Bewohner des städtischen Altenheims.

Hat in Nürnberg studiert, will nun nach Hamburg und wird von Fürth aus gefördert: Jamila Musayeva aus Aserbaidschan spielte gestern für Bewohner des städtischen Altenheims. © privat

Als der letzte Ton der Violine verklungen ist, klatschen die Senioren in die Hände. „Bravo, bravo!“, ruft eine Frau mit schlohweißem Haar, die im Rollstuhl sitzt. Die Violinistin lächelt dankend, ganz so, als stünde sie auf einer Konzertbühne — stattdessen ist es der Saal des städtischen Altenheims in der Stiftungsstraße.

Weil Jamila Musayeva von der Fürther Rupprecht-Stiftung gefördert wird, hatte sie zugesagt, anlässlich der Scheckübergabe für die Heimbewohner zu spielen. Die 24-Jährige unterhielt sie mit drei Werken von Kreisler, Massenet und dem Csardas von Monti. Studiert hat Musayeva an der Musikhochschule in Nürnberg, jetzt will sie in Hamburg ihren Master machen. Die Stiftung möchte der jungen Frau aus Aserbaidschan dabei helfen, was genau dem Willen des verstorbenen Ehepaares Ernst und Loni Rupprecht entspricht.

Beide hatten ihren Lebtag in Fürth verbracht. Loni Rupprecht war zudem musikalisch, gab Jugendlichen Klavierunterricht. Im Stiftungszweck ist daher verankert „Musiklernende oder Musikschaffende zu unterstützen“, wie Hatto Bauer, der Vorstand der Stiftung, sagt.

Eine neue Treppe fürs Heim

Bauer, ein Steuerberater im Ruhestand, war nicht nur Geburtshelfer der Rupprecht-, sondern auch der Leupold-Stiftung, die mit fünf Millionen Euro Grundkapital zu den größten der Stadt zählt. Seit 1972 hat sie vier Millionen Euro über Fürth verteilt und unter anderem 30 Fahrzeuge für Sozial- und Rettungsdienste finanziert. Überwiegend Grundstücksvermögen ließen der Maschinenfabrikant Karl Leupold und seine Frau Anna vor 40 Jahren in die Stiftung fließen, die Rathauschef Jung vor einigen Jahren einmal als „die segensreichste von ganz Fürth“ gepriesen hat. Mit dem Geld sollen Kinder und Jugendliche, aber auch alte Menschen unterstützt werden.

Am Donnerstag durfte Hatto Bauer der Stadt 5000 Euro übergeben, mit denen sie Aktionen zum Weltkindertag plant. 10000 Euro gehen an die 1848er-Stiftung, der das Gebäude des städtischen Altenheims in der Stiftungsstraße gehört. Dank der Summe kann das Heim die alte Eingangstreppe, die noch aus den 50er Jahren stammt, ersetzen.

Laut Hatto Bauer sind die beiden Spenden ein Zehntel dessen, was die Leupold-Stiftung dieses Jahr verteilen wird. Weitere Beträge werden kurz vor Weihnachten fließen — unter anderem an Vereine, Schulen und Sozialverbände.

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