Samstag, 14.12.2019

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Gleiches Gehalt wie die Kollegen

Klinikum-Mitarbeiter wehren sich gegen Benachteiligung - 09.03.2012 11:00 Uhr

Auch Mitarbeiter der Klinikum Service GmbH haben sich der Demonstration für besseren Lohn angeschlossen, und erhalten jetzt mehr Geld. © Hans-Joachim Winckler


Ärzte und Krankenschwestern allein könnten ein Klinikum nicht am Laufen halten. Damit die Patienten gut aufgehoben sind, braucht es auch Mitarbeiter in der Wäscherei, Personen, die Transportfahrten übernehmen, und natürlich Reinigungskräfte.

Seit 2004 sind diese Dienstleistungen in der Klinikum Service GmbH angesiedelt, einer 100-prozentigen Tochter des Klinikums. Während für alle anderen Mitarbeiter des Krankenhauses — mit Ausnahme der Ärzte — der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TvöD) gilt, richtet sich das Gehalt der 170 Beschäftigten der Klinikum Service GmbH nach einem Haustarifvertrag. Das jedoch sorgt für viel Unruhe im Klinikum.

Das Problem: Wer vor 2004 eingestellt wurde, wird weiter nach dem TvöD bezahlt — und der sieht, für die gleichen Aufgaben, circa 20 Prozent mehr Lohn vor als der Tarifvertrag der Servicegesellschaft. Zur Folge habe das, sagt Betriebsratsvorsitzende Ursula Waldmann-Leicht, dass nun in den Abteilungen des Klinikums Seite an Seite etwa Reinigungskräfte arbeiten, von denen ein Teil für diese Arbeit mehr Geld bekommt. Eine denkbar ungute Situation sei das. „Das schafft Probleme untereinander.“

„Mitarbeiter dritter Klasse“ haben denn auch die Service-Beschäftigten auf die Banner geschrieben, die sie zur Demonstration mitbrachten. Wie Kamran Salimi, Pressesprecher des Klinikums und stellvertretender Personalratsvorsitzender, erklärt, hatte man vor Jahren im Klinikum darüber nachgedacht, Aufgaben wie den Reinigungsdienst an private Dienstleister zu vergeben, um Kosten zu sparen. Am Ende entschied man sich dagegen und gründete die Klinikum Service GmbH.

Deren Mitarbeiter seien zwar besser gestellt als das Personal der privaten Unternehmen, aber schlechter als die Kollegen, für die der TvöD gilt. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Arbeitgeber zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zurückkehren würde“, sagt Salimi.

Claudia Ziob

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