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Glückliche Einzelhändler: Kunden kommen in die Läden

Hunderte waren zur Wiedereröffnung der Geschäfte in der Fürther Fußgängerzone - 29.04.2020 06:00 Uhr

Rosemarie Worzer-Oehrlein (re.) konnte sich am ersten Tag über zu wenig Arbeit in ihrem Schuhladen auf keinen Fall beklagen. © Hans-Joachim Winckler


Montagmittag in der Gustavstraße: "Ich hab’ Problemfüße", sagt die Kundin. "Kein Problem, dafür sind wir doch da", entgegnet Rosemarie Worzer-Oehrlein. Für Sätze wie diesen lebt man wohl, wenn man mit Leib und Seele Schuhe verkauft. Doch auf Kundengespräche musste die Chefin, die das Schuhhaus Oehrlein bereits in vierter Generation führt, wochenlang verzichten.

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Jetzt ist sie überrascht vom Ansturm auf ihren kleinen Laden, den aus Coronagründen nur fünf Personen gleichzeitig betreten dürfen. Seit dem Morgen ist das Geschäft am Kapazitätslimit. Das mag am aktuellen Jubiläumsverkauf liegen oder daran, dass viele Kunden sehnsüchtig auf die Wiederöffnung gewartet haben, um sich mit Mode für das Frühjahr und den Sommer einzudecken. So wie Elke Locher-Mootz. "Im Internet kann und will ich nicht kaufen", sagt die 73-Jährige. "Ich brauche die Beratung."

Ein paar Meter weiter bei Farcap erzählt Brigitte Hanek-Ures eine nette Anekdote: Gleich nach Wiedereröffnung habe ihr eine Kundin gestanden, ein bestimmtes Kleid im Schaufenster drei Wochen lang angeschmachtet zu haben. Kaufen konnte sie es wegen des Lockdowns nicht, wegschnappen konnte es ihr aber auch niemand. "Sie hat es anprobiert und glücklich mitgenommen." Alles in allem lief das Geschäft bei Farcap etwas verhalten an, obendrein sei es gewöhnungsbedürftig, "auf Distanz" zu beraten. "Aber das wird sich einspielen", ist Hanek-Ures überzeugt.

In der Fürther Fußgängerzone, die meisten tragen Masken, sind zur Mittagszeit Hunderte auf den Beinen. So viele wie vor dem Lockdown?, fragen wir den Brezenverkäufer, der es einfach wissen muss. Aus seinem Häuschen wirft der Mann einen Blick auf die Schwabacher Straße, denkt kurz nach und sagt: "Ja. Ich meine, ja."

Vor der Drogerie Müller hat sich eine kleine Schlange gebildet. Nur 35 Menschen dürfen gleichzeitig hinein. Um den Überblick nicht zu verlieren, stehen 35 Einkaufskörbe bereit, von denen sich jeder Kunde einen nehmen muss. Sind keine mehr da, folgt ein Betretungsstopp. Eine junge Verkäuferin hat am Eingang alles im Blick. Auch vor anderen Läden stehen geduldig Menschen an.

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Bei "Rituals" im Ex-Commerzbank-Gebäude hat Filialleiterin Wilena Marschewa die "Corona-Checkliste" umgesetzt, die aus der Firmenzentrale kam. Mit weißrotem Band sind am Boden die Bereiche abgeklebt, in denen sich jeweils nur eine Person gleichzeitig aufhalten darf. Am Eingang sprüht eine Angestellte Desinfektionsmittel in die Hände der Kunden. "Für einen Montag läuft es gut", sagt Marschewa. "Gott sei Dank."

In Vera Satiros Kinder- und Damenmodegeschäft in der Neuen Mitte fehlt für den Verkaufstresen immer noch der Spuck- und Niesschutz aus Plexiglas. "Vor zwei Wochen bestellt." Satiro seufzt. Abgesehen davon, ist sie glücklich. "Wir haben heute sogar ein paar Minuten vor zehn geöffnet, weil schon Leute gewartet haben." Alle würden sich vorbildlich verhalten, "alle freuen sich so", schwärmt sie. "Es ist fast wie vor der Schließung – nur eben mit Maske", sagt Satiro mit einem Lächeln. Man sieht es an den Augen.


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