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Große Pläne: City-Center schrumpft doch nicht

P&P will nun doch das gesamte Gebäude wiederbeleben - 08.02.2017 05:49 Uhr

Michael Peter will das Fürther City-Center aus seinem Dornröschenschlaf wecken. © Edgar Pfrogner


Das hat Michael Peter, Chef der Fürther Immobilienfirma P & P und damit seit Mitte 2016 Eigentümer des Centers, auf Nachfrage der FN bestätigt. Eine seit Wochenbeginn vorliegende Marktanalyse des renommierten Münchner Handelsimmobilien-Spezialisten IPH habe das für ihn erfreuliche Ergebnis erbracht: Das Interesse am City-Center sei rege genug, um in Fürth das große Rad zu drehen. Das heißt: Alle drei Geschosse sollen mit Geschäften gefüllt werden, die zunächst angepeilte Stilllegung des zweiten Untergeschosses ist Peter zufolge vom Tisch.

Bis zur Wiedereröffnung, daraus macht er kein Hehl, ist es dennoch ein weiter Weg – und offenbar eine beschwerliche Strecke. In diesem Jahr jedenfalls wird der angekündigte Umbau aller Voraussicht nach noch nicht beginnen, auch mit der baldigen Schließung ist demnach nicht zu rechnen. P&P taste sich vorsichtig an die Umsetzung des 30-Millionen-Euro-Projekts heran.

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Zunächst gelte es, die vollkommen veraltete Technik im Gebäude zu durchleuchten und Schwachstellen zu analysieren. Zudem muss ein Konzept für ein komplett runderneuertes Einkaufszentrum entwickelt werden. Es soll einerseits die Erinnerung an das jetzige, seit Jahren bedauernswert marode und von Rechtsstreitigkeiten gebeutelte Restcenter aus den Köpfen der Kunden tilgen; zum anderen muss es den Anforderungen des Markts gerecht werden.

Weniger Textil-Anbieter als früher

Branchenkenner berichten: Das ist in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden. Verfügten derartige Einkaufskomplexe früher über einen Textilanbieter-Anteil von 40 Prozent, so sind es heute, in Zeiten immer stärker werdenden Online-Handels, gerade noch rund 23 Prozent. Die dadurch entstehenden Freiräume gilt es anderweitig zu nutzen. Wie, das müsse man sauber herausarbeiten, sagt Peter.

Auch der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller, der sich seit Jahren um die Rettung und Reanimierung des Centers bemüht, stellt fest: Sorgfalt muss hier vor Eile gehen, soll die Rückkehr zu alter Bedeutung nicht Wunschdenken bleiben. Erst wenn Absichten und Zielsetzung klar definiert sind, werde man deshalb potenzielle Mieter konkret ansprechen, so Peter. "Die Interessenten müssen an unser Konzept glauben."

Zunächst aber steht sein Unternehmen in Verhandlungen mit den verbliebenen Ladenbetreibern, in absehbarer Zeit werden sie das Center räumen müssen. Nicht unproblematisch dürfte auch die Umgestaltung des Eingangs an der Fußgängerzone werden, die in Peters Augen unabdingbar für mehr Attraktivität ist. Hier, in der Schwabacher Straße 5, ist ein großes, gläsernes Entree vorgesehen, das sich über zwei Stockwerke erstreckt.

Das Problem: Das in den Jahren 1798/99 entstandene Sandsteingebäude im klassizistischen Stil steht unter Denkmalschutz. Um einem Neuanfang und der weiteren City-Aufwertung nicht im Weg zu stehen, wird sich die Stadt hier – wie schon im Fall der nur einen Steinwurf entfernten Neuen Mitte – aber Eingriffen wohl kaum verweigern. „Wenn das gelingen soll“, werde es ganz ohne nicht gehen, so OB Thomas Jung auf Nachfrage unserer Redaktion. 

WOLFGANG HÄNDEL

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