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Gustavstraße: Der Oberbürgermeister wehrt sich

Thomas Jung weist Vorwürfe zurück, er halte sich aus dem Streit heraus - 01.07.2012 10:00 Uhr

Heißes Pflaster Gustavstraße auch für ein Team des Bayerischen Rundfunks. © Winckler


Jung reagiert damit – ein durchaus ungewöhnlicher Vorgang – auf in den FN erschienene Leserbriefe, in denen er teils heftig attackiert wurde. Anzeigen und Beschwerden würden „schleppend oder gar nicht“ bearbeitet, monierte in den Schreiben ein Anwohner. Ein anderer findet, die Stadtspitze komme den Gastronomen in der Gustavstraße zu sehr entgegen, der OB lasse „Anwohner und Wirte aufeinander los“ und greife nicht selbst oder mittels städtischer Behörden regulierend ein.

Der Rathauschef hat wenig Verständnis für die Kritik, wie er unmissverständlich zu erkennen gibt — denn er vollziehe lediglich die Beschlüsse des Stadtrats. Dieser hatte mit breiter Mehrheit und über alle Parteigrenzen hinweg entschieden, am Kompromissvorschlag der Stadt festzuhalten: Demnach müssen Kneipen spätestens um 2 Uhr schließen, auf den Freischankflächen ist bereits um 23 Uhr Zapfenstreich.

Weitergehende Forderungen der Anwohner – im Freien Ende um 22 Uhr sowie erheblich strengere Lärmgrenzen bei Festivitäten — lehnten die Kommunalpolitiker kategorisch ab; in ihren Augen wäre dies das Ende der Gustavstraße in ihrer jetzigen und von vielen Fürthern geschätzten Form: mit Kneipenflair und als Ort des traditionellen Grafflmarkts.

Einsicht gefordert

„Wir werden nichts ändern, außer man zwingt uns“, hatte der städtische Rechts- und Ordnungsreferent Christoph Maier im Mai angekündigt. Die Kommune sei den Anwohnern bereits stark entgegengekommen. Maier hofft, dass in einer möglicherweise drohenden juristischen Auseinandersetzung „das Gericht unserer Linie folgen wird“.

Diese Haltung hat der OB jetzt noch einmal untermauert. Die Stadt habe bereits „erhebliche Beschränkungen“ durchgesetzt, es sei „nicht möglich, weitere Zugeständnisse auf den Weg zu bringen“. Man habe sich „wiederholt um Kompromisse und ein gutes Auskommen in der Gustavstraße bemüht“. Die Kommune könne jedoch „Einsicht und gegenseitige Rücksichtnahme von Nachbarn nicht anordnen oder erzwingen. So bleibt nur der Appell an die Vernunft aller Beteiligten“, meint Jung.

Im Übrigen bleibe er bei seiner Feststellung, die ihm Kritik von Anwohnern eingebracht hatte: „Wer in die Erlanger Straße zieht, muss mit Verkehrslärm rechnen, wer in die Karolinenstraße zieht, muss mit Bahnlärm rechnen, wer in die Gustavstraße zieht, muss mit Lärmemissionen aus Gaststätten rechnen. Und wer nach Grönland zieht, muss mit Kälte rechnen. Versuche, das Klima dort zu ändern, werden nichts bringen“, so Jung wörtlich.

WOLFGANG HÄNDEL

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