Gymnasium Stein: Nah an der Praxis

21.6.2017, 16:00 Uhr
Das Gymnasium in Stein bietet einen praxisnahen Einblick in die Wirtschaft an.

Das Gymnasium in Stein bietet einen praxisnahen Einblick in die Wirtschaft an. © fn

Ihre Geschäftsideen präsentierten die jungen Teilnehmer vor einer Jury. Der kleine Wettstreit unter Schülern bildete den vorläufigen Höhepunkt von „business@school“, einer Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung „The Boston Consulting Group (BCG)“. Ziel ist es, durch das Projekt Brücken zwischen Wirtschaft und Schule zu schlagen. Zu diesem Zweck werden den Schülern unter anderem Vertreter aus der Wirtschaft als Tutoren zur Seite gestellt. Gemeinsam macht man sich auf die Suche nach Antworten auf Fragen wie: Was heißt Unternehmertum? Wie liest man einen Geschäftsbericht? Was sind Erfolgsfaktoren?


Das Gymnasium Stein beteiligt sich seit nunmehr zehn Jahren an dem Projekt. Dass sich aus dem elften Jahrgang diesmal ausschließlich Jungen für das Seminar entschieden haben, hat selbst den betreuenden Lehrer Werner Dirmeier überrascht. Er mag daraus aber nicht schließen, dass Wirtschaft ein reines Männerthema sei. „In den vergangenen Jahren war es immer sehr gemischt. Dass es diesmal 14 Jungen sind, ist wohl einfach Zufall.“


Einheitlicher Dresscode


Zur Feier des Wettkampftages hatten sich die Nachwuchs-Unternehmer einen einheitlichen Dresscode verordnet: Business-Style. Das beschränkte sich darauf, dass man ein Hemd trug, wahlweise in hell- oder dunkelblau, kariert war auch erlaubt.

Eingeteilt in drei Gruppen hatten die Schüler in den vergangenen Wochen intensiv an eigenen Geschäftsideen gearbeitet und einen Businessplan erstellt. Den trugen sie nun einer dreiköpfigen Jury vor.
Eines der Juroren-Mitglieder war Manuel Grad von dem Unternehmen „Europoles“ aus Neumarkt, das Standard- und Sonderlösungen für Masten, Stützen, Türme und Trägersysteme aus Stahl, Schleuderbeton und glasfaserverstärktem Kunststoff anbietet. Außerdem in der Jury vertreten: die Unternehmensberaterin Sylvia Maß und die Rechtsanwältin Bettina Glaab. Beide haben ihre Büros in Nürnberg und gehören zu den dortigen Wirtschaftsjunioren. Aufgabe des Trios war es, nach dem 15-minütigen Vortrag der Gruppen noch einmal rund zehn Minuten lang kritisch nachzufragen, um anschließend einen Gewinner auszuwählen.


Sieg mit Notfall-App


Aufs Siegertreppchen stiegen schließlich Vinzent Bernstein, Kevin Böckler, Steffen Heidkämper, Sven-Nicolas Ivens und David Osten. Ihre Geschäftsidee war die Notfall-App „safesteps“. Der „glutenfreie Imbiss“ und die Idee zu „Kochkisten International“ hatten das Nachsehen.
Die Gewinner nahmen nun in Hanau an einem der bundesweit insgesamt acht Regionalentscheide teil. Danach würde ein Bundesentscheid in München folgen.


Bislang sind die Vertreter des Gymnasiums Stein allerdings immer im Regionalentscheid hängen geblieben. Die Bestplatzierten schafften es dort auf den vierten Rang.


Doch die Hauptsache sei, dass die Jugendlichen durch das Seminar etwas gelernt hätten, so Dirmeier. Und was genau das ist, erklärten sie selbst: Wie man im Team zusammen arbeitet, wie Unternehmensstrukturen aufgebaut sind, wie man ein Projekt optimal präsentiert, wie man Zahlen auswertet und wie schwer es ist, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

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