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Hartes Ringen um die Kunstgalerie

Der OB verteidigt die geplante Schließung — Große Bedenken - 28.10.2010 16:00 Uhr

Internationale Kunst in Fürth: Die Wanderausstellung zum Banyan-Baum, auch Würgefeige genannt, etwa zeigte im Frühjahr Arbeiten von 50 Künstlern aus 25 Ländern. Nun droht der Kunstgalerie die Schließung.

© Hans-Joachim Winckler


In den vergangenen acht Jahren seit seinem Amtsantritt wurden laut Jung 30 Millionen Euro in Fürther Kultureinrichtungen investiert. „Genauso muss es jetzt aber auch möglich sein, einzelne Bereiche kritisch zu überprüfen und nach dem angemessenen Verhältnis von Aufwand und Nutzen zu fragen,“ meint der OB. Er betont zugleich, dass die Entscheidung in der Galeriefrage noch nicht gefallen sei.

Die Sparliste zur Haushaltskonsolidierung will der OB – seit dem Ausscheiden von Karl Scharinger auch kommissarischer Kulturreferent – Mitte November präsentieren. Der Stadtrat soll darüber am 24. November befinden. Bis dahin, so Jung, laufe noch eine Vielzahl von Prüfungen. Dazu gehörten auch denkbare Rückzahlungsansprüche von EU-Fördermitteln bei einer Galerie-Schließung.

Während Jung dafürhält, dass Fürth mit dem Kulturforum, dem Stadttheater, der Musikschule und einer attraktiven Museenlandschaft in jedem Fall weiterhin den Großraum kulturell bereichern wird, fürchtet nicht nur Kulturamtsleiterin Claudia Floritz um das kulturelle Klima in der Stadt. Voss sieht in der kleinen Galerie am Königsplatz einen Leuchtturm für die charakteristische Künstlerszene. Lange habe man dafür kämpfen müssen. Auf die wertvolle kunstpädagogische Arbeit weist Dietrich Vogel, der stellvertretende Vorsitzende des Galerie-Förderkreises, hin.

Es geht um eine Einsparsumme von 160000 Euro im Jahr. Der Ausstellungsetat wurde seit Galerieeröffnung 2002 ohnehin bereits von 75000 Euro auf 46000 Euro gekürzt. Ab November muss Galerieleiter Hans-Peter Miksch mangels Mittel außer montags auch am Dienstag die Türen geschlossen halten. Über 53000 Besucher wurden bislang gezählt.

Volker Dittmar

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