Herbstvergnügen in Fürth kommt gut an

Alexandra Voigt
Alexandra Voigt

Redaktion Fürth

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13.10.2020, 11:00 Uhr
Ein leckeres Vergnügen: Auf den Stufen zum Riesenrad auf der Fürther Freiheit schmeckt den jungen Besuchern das Eis besonders gut.

Ein leckeres Vergnügen: Auf den Stufen zum Riesenrad auf der Fürther Freiheit schmeckt den jungen Besuchern das Eis besonders gut. © Foto: Hans-Joachin Winckler

Schätzungen zu den Besucherzahlen kann Wirtschafts- und Kirchweihreferent Horst Müller auf FN-Nachfrage zwar nicht abgeben. "Das wäre Kaffeesatzleserei. Mit einem vertretbaren Aufwand hätten wir keine Zahlen generieren können", sagt er.

Grundsätzlich aber, so der Augenschein, laufe es ausgesprochen gut. Die Resonanz liege über den Erwartungen – vor allem am Wochenende. Viele Fürther und Menschen aus dem Umland freuen sich offenbar über die Abwechslung in diesem an Ereignissen sonst eher armen Corona-Jahr. "Das Konzept ist insgesamt stimmig. Wir bekommen viel positives Feedback. Solang es nicht regnet, lässt sich der Fürther seine Freude nicht verderben", so Müller.

ContentAd))Der Wirtschaftsreferent ist erleichtert, dass der Rummel so reibungslos über die Bühne geht. Schließlich habe vorher große Ungewissheit geherrscht. "Wir haben nicht abschätzen können, ob das Ganze bei den Leuten Anklang findet, wie die Hygienevorschriften umgesetzt werden können und ob sich die Besucher daran halten."

Es sei eine Gratwanderung: Man wünsche sich, dass die Leute kommen, aber zu viele dürften es auch wieder nicht sein – weil sich die Abstandsregeln dann nicht mehr überwachen beziehungsweise einhalten lassen.

Für Müller erfüllt das Herbstvergnügen – diesen zunächst nur als Arbeitstitel gedachten Namen habe seine Ehefrau erfunden – seinen Zweck. "Die Besucher, vor allem jede Menge Familien, amüsieren sich. Und die Schausteller haben die Gelegenheit, Geld zu verdienen."

Kritikern, die beklagen, man hätte die Kirchweih doch einfach ausfallen lassen können, statt einen Abklatsch zu organisieren, entgegnet Müller: "Hier geht es um Existenzen. Wenn die Beschicker ein ganzes Jahr keine Einnahmen haben, gibt es im nächste Jahr vielleicht gar keine Kirchweih mehr."

Buntes Spektrum

Auch Eduard Wentzl, Bezirkschef im Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller, ist angetan vom bisherigen Verlauf – obwohl man beim Angebot viele Abstriche machen musste. Statt wie zu Kirchweihzeiten fast 100 Marktstände gibt es heuer am Hallplatz zum Beispiel nur 20. Die Mischung freilich sei bunt wie eh und je. Ob Seifen oder Gewürze, Strickwaren, Tischdecken, Pfannen, Kräuterbonbons oder Imbiss – hier gibt es reichlich Auswahl. Und das werde rege angenommen.

Ungewöhnlich: Im Gastro-Bereich auf der Kleinen Freiheit gilt Registrierpflicht. Der Sicherheitsdienst Two Eye Security, der mit insgesamt 16 bis 18 Beschäftigten auf allen Arealen vertreten ist, überwacht, dass die angegebenen Daten plausibel sind – und niemand Donald Duck oder Mickey Mouse einträgt.


Ersatz für Michaelis-Kirchweih: Herbstvergnügen startet.


"Die Leute halten sich an die Regeln – auch was die Abstände und das Maskentragen angeht", betont Geschäftsführer Tobias Nau. Positiv wirke sich aus, dass sich der Andrang über den ganzen Tag verteilt. Die ersten sind schon am Vormittag da, die letzten gehen um 20 Uhr (unter der Woche) oder um 21 Uhr (Freitag und Samstag).

So kommt es auch bei den Fahrgeschäften auf der Freiheit nur selten zu längeren Schlangen oder gar Gedränge an den Kassen. Laut Nau hat außerdem das Alkoholverbot auf den Plätzen einen Anteil an der guten Stimmung. "Auf der Kirchweih hatten wir deutlich mehr Vorfälle."

Müller ist zuversichtlich, dass das Herbstvergnügen auch bis zu seinem Ende am Sonntag erfolgreich verlaufen wird. Doch für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Zahl der Infizierten in den nächsten Tagen sprunghaft ansteigen oder gar den Warnwert übersteigen sollten, müsste man notfalls eine Schließung in Erwägung ziehen. Müller: "Gesundheit geht vor!"

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