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Hitze und Trockenheit strapazierten Fürths Bäume massiv

Leichtes Plus bei Neupflanzungen, doch der ökologische Schaden ist groß - 11.02.2020 05:55 Uhr

Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Stadtwald hat die Trockenheit den Bäumen im vergangenen Jahr schlimm zugesetzt. Viele mussten gefällt werden.

09.02.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


434 Privatanträge auf Fällgenehmigung oder Rückschnitt sind im vergangenen Jahr bei der Stadt eingegangen. So viele wie schon lange nicht mehr. Bei 605 Bäumen wurde das Entfernen beantragt, bei 376 weiteren ein Rückschnitt.

Nötig sind solche Anträge, weil die städtische Baumschutzverordnung das Fällen und Stutzen bestimmter Bäume verbietet. Geschützt sind Bäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe. Vor fünf Jahren hat die Kommune die Schutzverordnung etwas gelockert. Bis dahin war das Fällen von Bäumen mit einem Stammumfang von 60 Zentimetern verboten.

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Die im Zuge der Lockerung geplante generelle Erlaubnis für das Fällen von Nadelbäumen in kleineren Privatgärten wurde nach Protesten von Umweltorganisationen zwar wieder gestrichen, doch erklärte die Stadt damals, künftig weniger restriktiv entscheiden zu wollen.

Im vergangenen Jahr gab die Kommune Privatpersonen grünes Licht für 117 Baumfällungen und 113 Rückschnitte. 108 Mal wurde eine Befreiung nach der Ortsbesichtigung verweigert, weil die betreffenden Bäume noch als vital genug eingeschätzt worden waren.

Ohne Erlaubnis entfernt

Die Anzahl der Ablehnungen ist dabei gegenüber den Vorjahren prozentual annähernd gleichgeblieben. Die meisten Befreiungen wurden wegen des schlechten Allgemeinzustands der betreffenden Bäume ausgesprochen.


Schädlinge und Hitze: Fürther Wald weitgehend verschont


Erlaubnisfrei, weil nicht durch die Verordnung geschützt, wurden nach Angaben der städtischen Umweltplanung 643 Bäume entfernt oder zurückgeschnitten. Sprunghaft angestiegen auf 293 ist vergangenes Jahr die Zahl der offensichtlich abgestorbenen Bäume. Für sie braucht es keine Befreiungen.

 

 

Nur 83 Ersatzpflanzungen wurden festgesetzt, so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Mit 18.156 Euro lag die Summe der Ausgleichszahlungen für vorgeschriebene, aber auf den jeweiligen Grundstücken nicht mögliche Ersatzpflanzungen im normalen Bereich.

Viele Jahre vergehen

Im Zuge großer Bauvorhaben wurden zusätzlich 158 Bäume gefällt, die eigentlich geschützt waren, und 239 Ersatzpflanzungen vorgenommen. 87.984 Euro waren von Bauträgern als Ausgleichszahlungen an die Stadtkasse fällig.

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Von diesem Geld kann die Stadt andernorts Bäume pflanzen. Ähnlich verhält es sich bei den Ablösebeträgen für vorgeschriebene Autostellplätze, die in den Bau von Parkhäusern fließen.

Unterm Strich weist die Baumschutzstatistik des vergangenen Jahres bei 275 gefällten und 339 neu gepflanzten Bäumen ein Plus von 64 aus. Allerdings ist dies nur eine mathematische Größe und keine ökologische. Denn bis die neu gepflanzten Bäume so klimawirksam werden wie große, alte Bäume, vergehen noch viele Jahre.

Volker Dittmar

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