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Hochstraße in Fürth: Tempo 30 bleibt

Schutz der Anwohner steht bei Geschwindigkeitsbeschränkung im Fokus - 29.10.2020 06:00 Uhr

Fuß vom Gas zwischen 20 und 6 Uhr: Fast alle Mitglieder des Verkehrsausschusses waren dafür, dass das Limit in der Hochstraße langfristig gilt.

27.10.2020 © Wolfgang Händel


Vom zeitlich begrenzten Test zum dauerhaften Limit: In der Hochstraße gilt künftig zwischen 20 und 6 Uhr Tempo 30. Daran konnten sich die Fahrerinnen und Fahrer in den vergangenen Monaten bereits gewöhnen, denn die nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung wurde seit Anfang Februar erprobt.

Die Regelung zwischen Billinganlage und Christkönig-Kirche hatte man aus zweierlei Gründen ins Auge gefasst: Zum einen hat es laut Straßenverkehrsamt immer wieder Beschwerden von Anwohnern gegeben, zum anderen ist die Strecke Teil des Lärmaktionsplans der Stadt. Er soll helfen, den Geräuschpegel zu reduzieren und dazu beitragen, die Gesundheit der Anlieger zu schützen. 16 Schwerpunkte umfasst er – darunter Hochstraße und Würzburger Straße.

Mitte November 2019 sprach sich der kommunale Verkehrsausschuss für Tempo 30 auf der stark befahrenen Route, einem Teilstück der durch Fürth führenden B 8, aus. Die Geschwindigkeitsbegrenzung sollte zunächst ein Jahr lang getestet werden. Zwölf Monate sind zwar noch nicht vorüber, aussagekräftige Messergebnisse liegen trotzdem schon vor. Das Limit sorgte demnach für eine Lärmminderung um 1,6 Dezibel – gehofft hatte man allerdings auf drei Dezibel.

Immer noch 42 km/h

Dass der Wert erheblich geringer ausfiel als angenommen, begründet das Straßenverkehrsamt mit der mangelhaften Folgsamkeit der Menschen am Steuer: Trotz der Beschränkung auf 30 Stundenkilometer seien sie noch immer mit durchschnittlich 42 unterwegs gewesen.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Lautstärke weiter abnehmen wird – "da die Akzeptanz einer Geschwindigkeitsreduzierung bei den Verkehrsteilnehmern erfahrungsgemäß ein längerer Prozess ist", wie es in der Vorlage für den Verkehrsausschuss heißt.

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Dessen Mitglieder sprachen sich dann auch fast einhellig für die dauerhafte Beschränkung aus. Harald Riedel (Grüne) regte allerdings an, ein Display aufzuhängen, das die Geschwindigkeit elektronisch anzeigt. Lediglich AfD-Vertreter Thomas Klaukien hob seine Hand nicht – genauso wenig wie bei den übrigen Anträgen zu Tempo 30, die in der Sitzung behandelt wurden. Er lehne derartige Limits grundsätzlich ab, so seine Begründung.

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