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Holocaust-Gedenktag: Kerzen sollen heute aus Fürther Fenstern leuchten

Ein Bündnis hofft, dass sich viele Menschen an der Aktion beteiligen - 27.01.2021 12:00 Uhr

Die Gedenktafeln in der Aussegnungshalle des Neuen Jüdischen Friedhofs dokumentieren die Namen der jüdischen Fürtherinnen und Fürther, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Unter anderem für diese herausragende Recherchearbeit erhielt Gisela Naomi Blume 2020 den Kulturpreis der Stadt Fürth.

26.01.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


"Unseren Augen bot sich ein schreckliches Bild: eine riesige Anzahl von Baracken, viele ohne Dächer. Auf Pritschen lagen Menschen, Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem Blick. Es war schwer, sie ins Leben zurückzuholen."


Zum Gedenktag: "Im Fußball ist Schwulsein immer noch tabu"


Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der 60. Armee der 1. Ukrainischen Front der UdSSR das Konzentrationslager von Auschwitz. Kameramann Alexander Woronzow war dabei. "Was ich dort gesehen und gefilmt habe, war das Schrecklichste, was ich während des Krieges je gesehen und aufgenommen habe", berichtete er Jahrzehnte später.

Mindestens 1,1 Millionen Menschen wurden an diesem Schreckensort zwischen 1940 und 1945 von den Nazis ermordet. Als die Soldaten die Lager erreichen, sind viele der rund 7500 dort verbliebenen Häftlinge in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Auch in Fürth ist der 27. Januar alljährlich ein Tag des stillen Gedenkens. Kulturpreisträgerin Gisela Naomi Blume recherchierte und dokumentierte in ehrenamtlicher Tätigkeit die Namen von 1144 Fürtherinnen und Fürther, die zwischen 1933 und 1945 deportiert wurden und starben.


Alle Namen: 1144 Fürtherinnen und Fürther wurden deportiert und starben


Wie im vergangenen Jahr, zum 75. Jahrestag der Befreiung des größten NS-Vernichtungslagers, ruft ein Zusammenschluss – dazu gehören das Jugendprojekt "Echt Fürth", das Stadttheater, das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, das Fanprojekt und die Fangruppierung Stradevia 907 – dazu auf, am heutigen Tag gemeinsam zu gedenken.

Da die Pandemie heuer keine Zusammenkunft von Gruppen erlaubt, ist es der Wunsch der Initiatoren, dass die Fürther Bevölkerung heute Abend ab Einbruch der Dunkelheit Kerzen ins Fenster stellt.

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Das Denkmal zur Erinnerung an die beiden jungen Nazi-Opfer Rudolf Benario und Ernst Goldmann wurde nun feierlich eingeweiht.


Ziel ist es, "in der gesamten Stadt ein Zeichen zu setzen, dass Menschenfeindlichkeit in der Gesellschaft keinen Platz hat, dass wir derer gedenken, welche die Hölle von Auschwitz durchlebten, in ihr umkamen, dass wir uns zu einer demokratischen Freiheit bekennen, die allen einen Platz ermöglicht und Vielfalt der Lebensentwürfe anerkennt", so das Bündnis.


Uferpromenade: Neues Denkmal erinnert an Fürther Nazi-Opfer


Der Tag der Befreiung ist in Deutschland auf Initiative von Bundespräsident Roman Herzog seit 1996 ein bundesweiter Gedenktag. Die Vereinten Nationen erklärten das Datum im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

fn

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