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Hotelpläne am Tor zur Südstadt

Haus mit 120 Betten für Baulücke vorgesehen — Altes Gebäude würde integriert - 14.02.2014 06:00 Uhr

Das alte Sandsteinhäuschen wird vielleicht schon bald umbaut und Teil eines Drei- bis Vier-Sterne-Hotels. Im Rathaus würde man den Lückenschluss begrüßen. © Horst Linke


Schon vor gut zwei Jahren hat Fürths Wirtschaftsreferent diesen Wunsch geäußert: Ein „Drei- oder Viersterne-Hotel in der Innenstadt mit Tagungsräumen“ könne die Stadt „gut vertragen“, sagte Horst Müller damals den FN. In naher Zukunft könnte dies Wirklichkeit werden.

Ein Projektentwickler hat konkrete Pläne für ein Grundstück an der Ecke Schwabacher Straße und Karolinenstraße. „Wir sind im Gespräch mit Hotelbetreibern“, bestätigte Siegfried Schöbel von der Solena GmbH am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. Schöbel geht davon aus, noch im ersten Quartal dieses Jahres Einigung mit einem Interessenten zu erzielen. Danach könnte es schnell gehen: Vonseiten der Stadt Fürth liege bereits ein Bauvorbescheid vor, so dass die Arbeiten möglicherweise noch in diesem Jahr beginnen könnten.

Schöbel will im Auftrag des Grundstückeigentümers und in Zusammenarbeit mit dem Fürther Architekturbüro Reimann & Krügel nicht nur eine große Baulücke schließen, sondern auch ein Haus sanieren – angeblich das älteste der Südstadt. Das Gebäude, das sich gegenwärtig in einem Mitleid erregenden Zustand befindet und leer steht, wird laut Planung von dem neuen Hotel umschlossen und könnte künftig die Gastronomie – etwa die Frühstücksräume – beherbergen.

Schöbel spricht von einem „Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit 120 bis 140 Betten und Tagungsräumen. Ganz so, wie man es sich im Wirtschaftsrathaus wünscht. „Der Bedarf ist vorhanden“, sagt Schöbel mit Verweis auf eine Marktanalyse. Als Trumpf sieht er den Standort: die Nähe zum Hauptbahnhof, aber auch zur U-Bahn, was doch gerade für Besucher der Nürnberger Messen interessant sei. Zudem sei man rasch in der Fußgängerzone, Stadttheater und Comödie seien fußläufig zu erreichen und das Hotel werde aufgrund seiner exponierten Lage von vielen Autofahrern und Bahnreisenden wahrgenommen.

Stadtheimatpfleger Alexander Mayer freut sich über die Pläne, schließlich stand vor einigen Jahren noch der Abriss des alten Gebäudes im Raum. Mayer und die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt intervenierten allerdings erfolgreich. Nach seinen Worten ist das Häuschen heute deutlich höher als in früheren Zeiten. Der Grund: Wegen der Bahnunterführung musste die Straße abgesenkt werden, was deutlich an der Fassade des Gebäudes zu sehen sei.

Auch im Stadtplanungsamt stoßen die Hotel-Planspiele auf Zustimmung. „Wir begrüßen das“, sagt Amtsleiter Dietmar Most. Das Hotel würde eine Baulücke schließen, indem es an die Brandgiebel der benachbarten Gebäude andockt, die beide ja „geradezu danach schreien“, so Most.

Siegfried Schöbel verhehlt dabei nicht, dass sich Investoren auch für Hotel-Standorte an anderen Stellen der Stadt interessieren. Angst macht ihm die etwaige Konkurrenz nicht. Das beste Konzept, der beste Standort werde sich durchsetzen. Schöbel: „Das regelt der Markt.“ 

VON JOHANNES ALLES

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