Maßnahmenkatalog

IHK fordert: So soll sich Fürths Innenstadt verändern

27.7.2021, 21:00 Uhr
Die Fürther Innenstadt soll voller werden – das wünscht sich die IHK und hat dafür verschiedene Ideen.

Die Fürther Innenstadt soll voller werden – das wünscht sich die IHK und hat dafür verschiedene Ideen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Die Corona-Pandemie hat auch der Fürther Wirtschaft zugesetzt. Damit insbesondere der Handel und die Gastronomie schneller wieder auf die Beine kommen, schlägt die Industrie- und Handelskammer (IHK) verschiedene Maßnahmen vor, die aus ihrer Sicht dringlich sind. Die meisten sind aber nicht neu, sie wurden bereits oder werden momentan schon in der Kleeblattstadt diskutiert.

Wenn es nach dem IHK-Vorsitzenden Christian Bühler geht, muss die Stadt etwa verkaufsoffene Sonntage umsetzen – auch ohne Anlass. Das örtliche IHK-Gremium kann sich vorstellen, von August bis November jeweils einen verkaufsoffenen Sonntag zu gestatten. „Man kann einen Anlass definieren, wenn man ihn unbedingt benötigt“, sagt Bühler.

Nur: In Bayern sind maximal vier Sonntage pro Jahr erlaubt, an denen Geschäfte aufsperren dürfen. Außerdem muss die Öffnung an ein übergeordnetes Ereignis geknüpft sein. Es braucht also beispielsweise ein großes Fest wie die Michaelis-Kirchweih.
Dementsprechend skeptisch ist Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller. „Das dürfte schwierig werden“, sagt er auf FN-Nachfrage. Eine Alternative hat die IHK parat: eine Einkaufsnacht mit Ladenöffnungen bis 22 Uhr. Eine derartige Aktion kann man sich im Wirtschaftsreferat gut vorstellen.

Nächster Vorschlag: Zugunsten der Stärkung des Einzelhandels und der Gastronomie wird gefordert, Nutzungsänderungen künftig zu beschleunigen. Als positives Beispiel hebt Bühler die Veranstaltungsreihe „Sommerfreiheit“ auf Fürths zentralstem Platz hervor – „eine wunderbare Idee zum perfekten Zeitpunkt“, schwärmt er. Vorübergehende Leerstände könne man mit Kultur füllen.

Die Stadt allerdings bietet schon seit längerem die Reihe „Kultur am Freitag“ an. Und in einem Pop-Up-Laden in der Königstraße geben sich zurzeit hiesige Kulturakteure die Klinke in die Hand. „Wir wollen das ausweiten“, kündigt Müller an.

Seit Jahren arbeitet die Stadt an einem Verkehrsentwicklungsplan (VEP), die IHK fordert jetzt, dass er endlich aufgestellt wird. Ziel müsse es sein, die Mobilität in der Innenstadt zu sichern. „Zu viele andere Themen hängen daran“, findet Bühler.

„Beziehungsweise es werden parallel nicht aufeinander abgestimmte Eingriffe in den Fürther Verkehrsraum vorgenommen“, heißt es in einem Maßnahmen-Papier der Industrie- und Handelskammer. Ein Beispiel: Die Bahnunterführung an der Schwabacher Straße sei „ein Schnellschuss, der zu einem hinderlichen Nadelöhr für alle Verkehrsteilnehmer führt“.

Weitere Forderung: Der Parkraum in der Innenstadt müsse für Autofahrer unkompliziert erreichbar sein. Seit langem wird in Fürth über ein dynamisches Parkleitsystem diskutiert, das anzeigt, wie viele freie Plätze es gibt. Bereits vor Jahren, so Horst Müller, sei ein entsprechender Vorschlag aus dem Wirtschaftsreferat gekommen. Dass es noch keine digitale Anzeige in Fürth gibt, „ist schon Steinzeit“, gibt er zu. Deshalb sei verwaltungsintern beschlossen worden, das Thema in den VEP zu integrieren, um im Zuge dessen neue Möglichkeiten wie Apps zum Parkplatzfinden auszuloten. Christian Bühler und seine Mitstreitenden können sich die Einbindung in die Fürth-App gut vorstellen.

Ebenfalls als dringlich erachten sie mehr Fahrradabstellplätze in der City. Ihr Mittel der Wahl wäre ein Fahrradparkhaus in der Nähe des Bahnhofsplatzes. Die Verwaltung ist an der Sache dran: Schon im Juni 2020, betont Müller, sei in einer Stadtratsvorlage festgehalten worden, dass es Fahrradabstellplätze braucht. Im Zuge der Konzeption der Mobilitätsdrehscheibe, zu der sich der Bahnhofplatz entwickeln soll, habe man auch an ein Fahrradparkhaus gedacht.

Für die Fürther Freiheit, die sich nur ein paar Meter weiter befindet, schwirren dieselben Ideen in den Köpfen von IHK und Stadt herum. Bühler zufolge braucht es eine Zwischennutzung für die veranstaltungsfreie Zeit, etwa Foodtrucks, mobile Container, Sitzgruppen und Grünzonen – ein Teil der Parkplätze müsse aber erhalten werden.
Laut Horst Müller sind das Bau- und das Wirtschaftsreferat gemeinsam mit der Infra gerade dabei, ein neues Konzept auf die Beine zu stellen. Das sei aber nicht leicht, immerhin dient das Gelände 28 Wochen im Jahr als Veranstaltungsfläche. Mobiles Grün, Wasserspiele – „es gibt Ideen, aber die sind nicht zu Ende gedacht“, sagt der Wirtschaftsreferent. Konkretes will die Verwaltung im Herbst vorschlagen.