Im City-Center wird weiter sondiert

23.7.2010, 00:00 Uhr
Für Händler und Kunden   bleibt die Zukunft des 25 Jahre alten City-Centers weiter im Ungewissen.

Für Händler und Kunden bleibt die Zukunft des 25 Jahre alten City-Centers weiter im Ungewissen. © Hans-Joachim Winckler

Die Palette reicht von Größen auf dem Shopping-Center-Markt bis hin zu Anbietern, „von denen Sie und ich zuvor noch nie gehört haben“, wie Herbert Müller, einer der drei in einem „Verkaufsteam“ operierenden Center-Sprecher, gestern auf FN-Anfrage sagte. Aufgrund der breiten Presseberichterstattung habe das angejahrte Fürther Einkaufszentrum Aufmerksamkeit „in ganz Deutschland“ geweckt. Welche Offerten man ernst nehmen könne und welche nicht, sei für ihn und seine Mitstreiter dabei oft schwer zu beurteilen, bekennt Müller.

Doch seinen Optimismus lässt er sich nicht nehmen. „Man führe „diverse, sehr umfangreiche und interessante Gespräche“. Das zeitraubende Problem: „Jeder will jedes Detail geklärt haben, und das geht nicht in einer Woche.“ Müller meint eindeutig die Tendenz auszumachen, dass die Investoren nach dem Absprung von Sonae Sierra besonders vorsichtig an ein Engagement herangehen, um sich später nicht ähnlich unrühmlich davonstehlen zu müssen.

Wie berichtet, zog die portugiesische Sonae-Sierra-Kette Anfang Mai Knall auf Fall die Reißleine, nachdem die Konzernleitung monatelang verhandelt und feste Kaufabsicht signalisiert hatte. Die lapidare Begründung: Man favorisiere andere Projekte.

Auch er selbst, sagt Herbert Müller, habe aus dieser Erfahrung gelernt, Zum Beispiel, dass man nicht zwangsläufig Seriosität ableiten muss, wenn ein Kaufinteressent mit großer Delegation und Anwalt am Verhandlungstisch auftaucht. Deshalb bleibe er nun zurückhaltend, solange keine Unterschriften unter Verträgen stehen.

Horst Müller, Wirtschaftsreferent der Stadt Fürth und Vertreter der 351 Center-Eigentümer in der Öffentlichkeit, drückt unterdessen weiter aufs Tempo. „Wir können das Verfahren nicht ewig offenhalten, irgendwann müssen wir einen Schlussstrich ziehen.“ Ende September sei ein realistischer Termin, um Nägel mit Köpfen zu machen, findet er.

Als „erfreulich“ verbucht er trotz des erneuten Aufschubs das „rege Interesse am Standort Fürth“. Doch die mehrmaligen Pleiten beim Versuch, ein neues Einkaufszentrum in der City zu schaffen, sind am Wirtschaftsreferenten nicht spurlos vorübergegangen, wie unschwer herauszuhören ist: „Was am Ende des Tages davon übrig bleibt“, sagt der Vertreter der Stadtspitze, „ist ganz schwer abzuschätzen.“