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Dienstag, 20.08.2019

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Im Fürther Rathaus regnet es Millionen

Für 2018 darf sich die Stadt über einen Überschuss von 35 Millionen Euro freuen - 23.07.2019 16:00 Uhr

Im Rathaus freut man sich über einen Rekordüberschuss von 35 Millionen Euro. © Tim Händel


Thomas Jung hat schon andere Zeiten erlebt. Gerade in seinen Anfangsjahren als Oberbürgermeister verschuldete sich die Stadt hoch für nötige Investitionen. 2009 schlug dann die Weltwirtschaftskrise ins Kontor. "Ich habe schon Verlustjahre mit 25 Millionen Defizit erlebt", sagt Jung. "Die Freude über diesen Rekordüberschuss ist daher riesengroß."

Ein aus Fürther Sicht schier unglaubliches Plus von 35 Millionen Euro hat die Stadt 2018 laut Jahresrechnung erwirtschaftet. Das sind noch einmal 20 Millionen mehr als im bereits sehr guten Vorjahr.

Oder anders gesagt: Da sind jetzt mit einem Mal 35 Millionen Euro, die das Rathaus neu verplanen kann. Jung und seine Kämmerin Stefanie Ammon werden dem Stadtrat vorschlagen, das Geld in die Rücklagen zu stecken, um die zum Teil gewaltigen Aufgaben zu bewältigen, die noch auf die Stadt zukommen.

So fließen acht Millionen Euro in eine Reserve, um die geplante Modernisierung des Klinikums zu unterstützen. Wie berichtet, will der Freistaat in den kommenden Jahren dafür fast 100 Millionen Euro springen lassen, doch auch die Stadt muss ihr Scherflein dazu beitragen.

Frisch saniert präsentiert sich die städtische Kindertagesstätte an der Badstraße. In den kommenden Jahren muss das Rathaus für viel Geld weitere Kitas und vor allem Schulen modernisieren. Ohne die seit Jahren erzielten Überschüsse wäre das kaum machbar.


20 Millionen Euro will man zusätzlich zurücklegen, um Grundstücke kaufen zu können. Wo genau, das gibt das Rathaus noch nicht preis, aber der Zweck ist bereits klar: Zum einen, wie es heißt, um "arbeitsplatzintensive Unternehmen" in Fürth anzusiedeln. Zum anderen, um Wohnungen zu bauen, die "zu angemessenen Preisen" vermietet werden können. Der Rest des Überschusses dient dazu, eine Rücklage für schlechte Zeiten auf 26,5 Millionen Euro anschwellen zu lassen. Sie wird dazu da sein, in Krisenjahren keine neuen Schulden aufnehmen zu müssen.

Apropos: Weil die Stadt 2018 ohnehin schon 15,1 Millionen Euro für den Schuldenabbau eingeplant hatte, fließt aus dem Überschuss dafür kein weiteres Geld mehr. Der Schuldenstand sinkt auch so auf 208 Millionen im Kernhaushalt. Die Pro-Kopf-Verschuldung geht um 137 Euro auf 1636 Euro zurück. Im Vergleich zu bayerischen Großstädten wie Erlangen, Ingolstadt oder Regensburg steht Fürth zwar immer noch deutlich schlechter da, "aber wir nähern uns langsam dem Niveau von Würzburg an", sagt Stefanie Ammon.

Zu verdanken ist das ihr zufolge den Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer (80 Millionen Euro), einer höheren Einkommensteuerbeteiligung und mehr Schlüsselzuweisungen des Freistaats. Außerdem tragen die Sparmaßnahmen weiter Früchte, die Ammon nach der Weltwirtschaftskrise angestrengt hatte. Die nach wie vor gute Finanzsituation will Jung außerdem dazu nutzen, "weiter Schulden abzubauen, die Kinderbetreuung zu stärken, Schulen und Kindertagesstätten zu sanieren und die städtische Infrastruktur zu ertüchtigen".

  

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