Donnerstag, 23.01.2020

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Im Trend: Fürth erleichtert Kauf von Lastenrädern

Stadt legt ein Förderprogramm für gewerbliche Nutzer auf — Vorbild Bamberg - 23.02.2019 10:00 Uhr

Auch in Fürth sind bereits Lastenräder unterwegs. Hier transportiert der Geschäftsmann Fabian Stocker ein Büroregal. © Foto: Tim Händel


In Kopenhagen ist es schon ganz normal: Egal ob Arbeitswege, Ausflüge oder Transporte – das Rad ist in der dänischen Hauptstadt inzwischen zum Hauptverkehrsmittel geworden. Auch Lastenräder sind überaus beliebt, viele Familien nutzen sie für den Transport ihrer Kinder oder von Einkäufen. Ein wirksames Mittel, um den viel beklagten Schadstoffausstoß zu reduzieren.

Auch in Deutschland ist man landauf, landab bemüht, das ökologische Bewusstsein der Bürger zu steigern – zum Beispiel mit Zuschusstöpfen, die Anreize schaffen sollen, Lasten im Alltag emissionsfrei von A nach B zu bringen. Städte wie Stuttgart, Regensburg oder Bamberg haben bereits Programme aufgelegt, die genau diesen Zweck verfolgen. Nicht zuletzt, weil hochwertige Lastenräder ihren Preis haben: Für ein elektronisch betriebenes Exemplar muss man zwischen 4000 und 6000 Euro hinlegen.

Neben Nürnberg, das sich gerade ebenfalls auf den Weg macht, will Fürth dem Trend folgen: Bereits im Dezember wurde im Zuge der Haushaltsberatungen ein Förderprogramm für die Anschaffung von gewerblich genutzten Lastenrädern beschlossen. Getan hat sich bis dato allerdings noch nichts, die Grünen haken deshalb mit einem Antrag im städtischen Wirtschaftsausschuss an diesem Montag nach – und bringen den Ball damit ins Rollen: Wie eine FN-Anfrage bei der Stadt ergab, soll nun eine Richtlinie für das Förderprogramm ausgearbeitet werden, im April könnte der Startschuss fallen.

Vorbild könnte dabei Bamberg sein: Unterstützt wird dort die Anschaffung von ein- und zweispurigen, zulassungs- und versicherungsfreien Lastenrädern mit und ohne elektrische Tretunterstützung; auch für zulassungs- und versicherungspflichtige Pedelecs bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometern gibt Bamberg Geld.

10.000 Euro sind im Fördertopf

Damit sind allerdings einige Auflagen verbunden: Das Fahrrad darf ausschließlich für gewerbliche oder gemeinnützige Zwecke verwendet werden, es muss für Lasten von über 40 Kilogramm geeignet sein, zudem verpflichtet sich der Käufer, das Gefährt mindestens zwei Jahre selbst zu nutzen. Passt alles, schießt die Stadt Bamberg bis zu 1000 Euro pro Rad zu.

An deren Beispiel wird sich wohl auch Fürth orientieren, so Stefan Röhrer, Leiter des Amts für Wirtschaft und Stadtenwicklung, gegenüber unserer Redaktion. Die Grünen plädieren ebenfalls dafür. Allerdings sind im Fördertopf laut Beschluss aus den Etatberatungen ganze 10.000 Euro – gerade mal genug für zehn E-Lastenräder.

Noch kein großer Wurf

Das klingt nicht nach dem großen Wurf in Sachen Klimaschutz, auch Röhrer ist das bewusst. Man werde aber zunächst das Interesse sondieren – sollte es entsprechend ausfallen, könne man eine Aufstockung des Förderprogramms ins Auge fassen, heißt es. "Die Sache an sich ist ja begrüßenswert", sagt der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller.

Der Nachschub könnte früher nötig sein, als man denkt – geht man von der Nachfrage in Nürnberg aus. Dort stehen 100 000 Euro zur Verfügung, allerdings werden damit auch nichtgewerbliche Nutzer bezuschusst. Seit diese Woche publik geworden ist, dass es das Förderprogramm geben soll, wird das Nürnberger Umweltamt mit Anfragen überhäuft. Auch die 100.000 Euro werden wohl schnell vergeben sein.

Tim Händel

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