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Sonntag, 18.08.2019

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Im Westen Fürths entsteht ein neues Wohnquartier

Rund 600 Menschen sollen dort ein neues Zuhause finden - 19.07.2019 06:00 Uhr

Blick von der Hansastraße: Von drei Mehrfamilienhäusern stehen bereits die Kellerwände. Im kommenden Jahr sollen die ersten Bewohner einziehen. Bis das Areal komplett bebaut ist, werden aber noch einige Jahre vergehen. © Johannes Alles


Der erste Spatenstich ist stets ein symbolischer Akt. Die Verantwortlichen feiern den Baubeginn, egal ob dieser erst noch kommt oder die Arbeiten – wie auf der Hardhöhe – bereits in vollem Gange sind.

Auf dem 19.000 Quadratmeter großen Gelände an Würzburger Straße und Hansastraße im Westen Fürths stehen bereits die Kellerwände der ersten drei Mehrfamilienhäuser. Anfang Juni hatte der Bauherr, das Evangelische Siedlungswerk (ESW), losgelegt. Anlässlich des Spatenstichs sprach ESW-Geschäftsführer Hannes B. Erhardt jetzt von einem „weiten Weg“ seit dem Kauf des Geländes 2015. „Wir haben lange darauf hingearbeitet.“

Wo früher die Discounterkette Norma mit ihrer Zentrale und Lagerräumen beheimatet war, haben die Bagger schon im Herbst 2017 die alten Gebäude abgeräumt und den Weg für etwas Neues geebnet: bezahlbaren Wohnraum, der in Fürth bekanntlich dringend benötigt wird. Gut 600 Menschen, rechnet Erhardt vor, werden auf dem Areal eine neue Heimat finden. Rund 55 Millionen Euro nimmt der bayernweit aktive kirchliche Bauträger mit Sitz in Nürnberg dafür in die Hand.

Etwa ein Drittel der 185 geplanten Mietwohnungen sind öffentlich gefördert, müssen also besonders günstig angeboten werden. Gearbeitet werde in vier Abschnitten, schon 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen können, kündigt Erhardt an. 2023 soll das Gelände komplett bebaut sein. Neben den Wohnungen entstehen eine Kindertagesstätte und eine Wohngruppe für elternlose Jugendliche. Träger wird in beiden Fällen die Rummelsberger Diakonie.

Gegen die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern hatten im vergangenen Jahr Anwohner heftig protestiert. Sie kritisierten nicht nur das Volumen der vierstöckigen Wohnblocks neben der aufgelockerten Bestandsbebauung, sondern befürchteten auch, dass die zahlreichen Neubürger die Infrastruktur der Hardhöhe – etwa die Schulen – heillos überlasten könnten. Der Stadtrat wollte dieser Kritik nicht folgen. Dem Zuzug von Menschen nach Fürth, hieß es, müsse man mit Bauprojekten wie diesem Rechnung tragen.

Auf der anderen Seite der Hansastraße wird das ESW ebenfalls tätig. Hier entstehen Reihenhäuser, die nicht vermietet, sondern verkauft werden. Laut Geschäftsführer Erhardt gibt es bereits etliche Anfragen. 2020 soll auch auf dieser Fläche der Startschuss fallen.
Entlang der Würzburger Straße hat sich die Firma Uvex einen stattlichen Streifen des früheren Norma-Geländes für einen Erweiterungsbau gesichert. Dieser soll einmal die Wohnbebauung vom Verkehrslärm der vielbefahrenen Route abschirmen. Da ein Baustart noch nicht in Sicht ist, wird Uvex zunächst einen temporären Schallschutzhügel aufschütten. Dazu, heißt es, sei das Unternehmen vertraglich verpflichtet. 

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