Covid-19-Weckruf

Impfzentrum Fürth appelliert: "Jetzt hätten wir Zeit"

21.7.2021, 21:00 Uhr
Termin? Nicht nötig. Das Impfzentrum macht es der Bevölkerung inzwischen so leicht wie möglich, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das gilt auch für die festen Anlaufstellen wie hier die Zentrale in der Rosenstraße.

Termin? Nicht nötig. Das Impfzentrum macht es der Bevölkerung inzwischen so leicht wie möglich, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das gilt auch für die festen Anlaufstellen wie hier die Zentrale in der Rosenstraße. © Foto: Birgit Heidingsfelder

Es gibt keine Hürden mehr vor einer Impfung gegen Covid-19. Trotzdem hält sich die Nachfrage in Grenzen. Dabei ist die Bevölkerung noch weit entfernt von der Herdenimmunität, die den größtmöglichen Schutz für alle böte.

Vollständig geimpft sind nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums aktuell 44 Prozent der Menschen im Freistaat. Wann die Herdenimmunität erreicht wäre, von der dann auch diejenigen profitieren würden, die nicht geimpft werden können, wissen Experten nicht genau, sie beziffern die Quote aber mit rund 85 Prozent.

Klaus Meyer von der AGNF, die das Impfzentrum betreibt, spricht von zurzeit 300 bis 800 Impfungen pro Tag. Zu Spitzenzeiten waren es um die 1000. Hubmann erklärt sich das zögerliche Interesse seit drei Wochen mit dem "fehlenden Alltagsvorteil" (Geimpfte haben kaum Erleichterungen gegenüber Ungeimpften), der Urlaubszeit und dem "fälschlichen Glauben" angesichts teils (noch) einstelliger Sieben-Tage-Inzidenzen, die Pandemie sei vorbei. Er befürchtet, "dass der Run kommt", wenn die Werte weiter steigen. Wie schnell das beim exponentiellen Wachstum gehen kann, dürfte bekannt sein.

In Fürth hat man auf die Impfmüdigkeit rasch reagiert. Politischen Forderungen nach niederschwelligen Angeboten kam das Impfzentrum umgehend nach. Es startete Reihen-Impfungen für Schülerinnen und Schüler, dabei wurden laut Meyer vorige Woche 800 Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren mit dem Segen der Eltern verarztet. Seit Mitte voriger Woche wird auf Terminreservierungen verzichtet. Heißt: Wer sich zur Impfung entschließt, kann an sieben Tagen in der Woche spontan die Zentrale in der Fürther Rosenstraße, die festen Stationen in Oberasbach, Langenzenn und Veitsbronn oder die mobilen Angebote ansteuern. Mitzubringen sind nur ein Ausweis und der gelbe Impfpass.

Auf der Freiheit steht bis vorerst 31. Juli ein Impfcontainer, durch Stadt und Landkreis touren neben dem Impfbus jetzt auch stets als Duo zwei Impfrettungswagen. Sie sind heute von 16 bis 20 Uhr am Jugendhaus Hardhöhe, Hardstraße 231, anzutreffen und morgen von 17 bis 21 Uhr in der Gustavstraße. Der Impfbus macht morgen von 9 bis 15.30 Uhr in Cadolzburg Station: Edeka-Parkplatz, Nürnberger Straße 30. (Weitere Termine unter www.agnf.org)

Alle Angebote gelten für Erwachsene sowie, das Okay der Eltern vorausgesetzt, für Kinder ab zwölf. Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission die Covid-Impfung für Minderjährige nur, wenn sie vorerkrankt und daher besonders gefährdet sind oder wenn sie mit besonders Gefährdeten regelmäßig Kontakt haben.

Hubmann hofft noch diese Woche auf eine generelle Empfehlung der Stiko für Kinder und Jugendliche. Denn: Jeder Infizierte befeuert die Pandemie, doch verbreiten Geimpfte weniger Viren als Ungeimpfte. Er denkt dabei an den Schutz von Kindern unter zwölf und deren "Recht auf Teilhabe am Leben". Es gehe ja nicht an, dass sie, die sich nicht impfen lassen können, zuhause bleiben müssen, um jemanden zu schützen, der sein Impfangebot abgelehnt hat."