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Mittwoch, 19.06.2019

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Internet-Offerte lockt Veitsbronn

Gemeinde liebäugelt mit dem kostenlosen Netzausbau von Glasfaser Deutschland - 08.01.2019 14:00 Uhr

Die Glasfaserkabel kommen in die Leerrohre: Derzeit wirbt die Firma Glasfaser Deutschland im Landkreis Fürth bei einzelnen Gemeinden damit, das Netz entsprechend auszubauen. © Foto: Jan Woitas/dpa


Wie bereits zuvor die Nachbargemeinde Obermichelbach, signalisierte nun auch Veitsbronn sein enormes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Glasfaser Deutschland. Bevor es aber endgültig zu einem Vertragsabschluss kommen kann, soll das Thema dem Gemeinderat erneut zur Abstimmung vorgelegt werden. Das forderte Stefan Landauer (CSU) ausdrücklich und stieß damit bei seinen Politiker-Kollegen auf Zustimmung.

Komplett gegen eine Kooperation mit der Firma Glasfaser Deutschland sprach sich indes dritter Bürgermeister Wolfgang Menzl (WBH) aus. Er verwies darauf, dass die Investoren hinter der Firma seiner Meinung nach "keine gute Adresse" seien und nannte beispielsweise den Finanzinvestor KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.).

Dass die Verwaltung den für die Gemeinde kostenlosen Glasfaser-Ausbau befürwortet, und es ihr ausdrücklicher Wunsch sei, "dass das kommt", machte Bürgermeister Marco Kistner (CSU) deutlich. "Wir wollen es auf den Weg bringen, damit wir nicht abgehängt werden", sagte er. Gleichzeitig verwies er aber auf die zahlreichen Schritte, die zuvor noch gegangen werden müssten. So sei es selbstverständlich, dass Glasfaser Deutschland eine Auswahl an Referenzen vorlegen müsse, die zu prüfen seien.

Mustervertrag abwarten

Außerdem will man, wie andere Gemeinden auch, erst einmal den Standardmustervertrag abwarten, den der Bayerische Gemeindetag stellvertretend für die mit Glasfaser Deutschland kooperationswilligen Kommunen ausarbeitet. Peter Lerch (SPD) forderte zudem alternative Angebote, beispielsweise von der Telekom und Kabel Deutschland.

Sollte der Gemeinderat sich dafür entscheiden, mit Glasfaser Deutschland zusammenzuarbeiten, wäre eine weitere Hürde zu nehmen. Denn eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Umsetzung des Glasfaser-Ausbaus ist, dass mindestens 40 Prozent der Haushalte das auch wollen. In einer dreimonatigen Nachfragebündelung würde die Firma bei den Bürgern für den Ausbau werben und sie informieren, beispielsweise durch einen eigens eingerichteten Servicepunkt, durch Werbung und Informationsabende.

Wenn Glasfaser Deutschland das Netz in Veitsbronn baut, wird die Firma 24 Monate lang das Monopol darauf haben. Anschließend sollen auch andere Anbieter das Netz nutzen können. Mit einem möglichen späteren Anbieter würde man bereits verhandeln, so Peter Reisinger. Er ist als Regionalleiter Bayern für das Unternehmen zuständig und präsentierte das Projekt während der Gemeinderatssitzung.  

Nina Daebel

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