Junges Mode-Label aus Fürth will durchstarten

7.2.2019, 11:00 Uhr

© Foto: Annika Fröhlich

Zum Laufsteg wurde das Fitnessstudio in der Neuen Mitte, ein Hauch von Haarspray und Mode-Metropole wehte durch die Räumlichkeiten, in denen sonst kräftig geschwitzt wird. Models präsentierten die aktuelle Kollektion von MNTNT, das auf sportlichen Streetstyle setzt – Motto: jung und angesagt.

Gegründet hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Michael Oksman – inzwischen ist seine Frau Sorah Marlene Ghamin (35), eine studierte Modedesignerin, als kreativer Kopf mit eingestiegen. MNTNT steht als Kurzform für das französische "Maintenant" – zu deutsch: "jetzt".

Und wenn nicht jetzt, wann dann, dachte sich auch Ghamin, die zehn Jahre Berufserfahrung in der Mode- und Textilbranche gesammelt hat und vor kurzem ihren alten Job kündigte. Schon als Kind, erzählt Ghamin, habe sie die ersten Kleider "entworfen" und einen ganzen Katalog gezeichnet. Die erste richtige Kollektion, die auch umgesetzt und auf dem Laufsteg präsentiert wurde, folgte im Studium.

Nun also will sie sich dem eigenen Label widmen. Einfach sei der Anfang nicht, sagt sie: "Es ist ein steiniger Weg. Aber wir sind zäh und es fühlt sich richtig an." Ein Dreivierteljahr nach dem Startschuss zeigte MNTNT jetzt die dritte Modenschau und legt die zweite Kollektion mit insgesamt 13 Teilen vor, die in wenigen Wochen online gehen soll. Im April will man damit auch auf dem Stijlmarkt in Nürnberg vertreten sein. Die Spanne reicht von übergroßen Unisex-Shirts und Hoodies über Bras und Leggings mit Spitzenelementen bis zum semitransparenten Spitzenoberteil.

Thema Nachhaltigkeit ist wichtig

"Das mit den sportlichen Teilen ist gerade ein großer Trend", sagt Ghamin; passend dazu arbeite man mit Fitnessstudios und Tanzschulen in der Region zusammen. "Aber unsere Kollektion können sportliche und unsportliche Leute tragen. Sie passt auf die Straße und zum Training." Nach ihren Worten greifen 14-Jährige wie auch über 50-Jährige zu. Wichtig ist dem Team das Thema Nachhaltigkeit. Die Kleidung werde in Europa produziert, über einen Online-Versand vertrieben und plastikfrei an den Endkunden geschickt, wie Ghamin betont.

In der nächsten Kollektion möchte sie zudem das Thema recycelbares Polyester angehen. "Nur mit Baumwolle kommen wir nicht aus", sagt sie. "Bei Sportkleidung wie Leggins brauchen wir Polyester." Die recycelbare Variante sei zwar teurer, aber das ist es der Schöpferin wert. "Das Wichtigste ist, hinter den Designs zu stehen und daran zu glauben. Nur so kann man erfolgreich sein."

Und das, wie sie überzeugt ist, auch von Fürth aus – einer Stadt, die bisher nicht eben als Modemekka gilt. "Das ist ja das Spannende für uns", beteuert Sorah Marlene Ghamin. "Wir sind hier zuhause und freuen uns auf diese Reise mit unserer Marke." Außerdem habe der Start in der Modeprovinz auch Vorteile: "Hier gibt es nicht viele, die so etwas machen."

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