Juristisches Hickhack um die bunten Hügel

6.4.2010, 00:00 Uhr

© Edgar Pfrogner

So manches Kind hat in letzter Zeit einen sehnsüchtigen Blick auf die bunten Hügel mit ihren abwechslungsreichen Kletter- und Rutschmöglichkeiten geworfen. Weil sich der Kunststoffbelag jedoch an etlichen Stellen von seinem Betongrund ablöst, ist die Unfallgefahr beim Spielen einfach zu hoch.

Daher hat sich die Kommune im Frühjahr 2009 für eine vorübergehende Sperrung des Geländes entschieden (wir haben berichtet). Warum aber wurde der Schaden nicht längst behoben?

Es geht um Garantieansprüche: »Um unsere rechtliche Position nicht zu schwächen, konnten wir Bodenbelag nicht einfach reparieren und daher den beliebten Spielplatz auch nicht freigeben«, erklärt Rechts- und Ordnungsreferent Christoph Maier. Die Mängel und Ursachen habe man zunächst so sichern müssen, »dass sie auch gerichtlich verwertbar sind«.

Wenig Hoffnung

Bereits im April 2009 wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet, das klären soll, ob denn nun Schlamperei, Verschleiß oder Vandalismus für den schlechten Zustand der Spielhügel verantwortlich ist. Die Stadt vermutet Ausführungsfehler bei den Architekten, die beauftragten Firmen geben äußeren Einflüssen die Schuld.

Inzwischen, so Maier, ist aber Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Zwar sei das gerichtliche Beweisverfahren noch nicht ganz abgeschlossen, doch liege nun ein Sachverständigengutachten vor, das die Auffassung der Stadt weitgehend stütze. Maier geht deshalb davon aus, dass die Fachfirmen »in angemessener Frist Gelegenheit zur Nachbesserung« erhalten. Kommen sie dem nicht nach, wolle man ein anderes Unternehmen damit beauftragen.

Ernst Bergmann vom zuständigen Grünflächenamt bremst jedoch die Erwartungen: »Ich habe wenig Hoffnung, dass es bis zur Sommerpause noch was wird«, sagt er. Diesen Satz hat Bergmann in letzter Zeit ziemlich oft sagen müssen - denn seit das Wetter schöner geworden ist, häufen sich die Anrufe verständnisloser Eltern. Diesen bleibt nur ein Trost: In Fürth gibt es insgesamt rund 82 Kinderspielplätze und Jugendbereiche, auf die sie notfalls ausweichen können.CHRISTIANE ERNST