Sonntag, 07.03.2021

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Kaffeeduft umweht das alte Zollhäuschen

Nach der Sanierung des Gebäudes an der Fürther Billinganlage ist die Firma «Espresso direkt» eingezogen - 25.09.2009

Außen alter Sandstein, innen eine moderne Einrichtung: Michael Hößl, der neue Mieter des ehemaligen Pflasterzollhauses, verkauft nicht nur Espressomaschinen, sondern serviert auch Kaffee.

06.02.2011 © Michael Müller


Eine Kaffee-Nase, sagt Michael Hößl, sei er schon immer gewesen. Will heißen: Er ist schon früh auf den Geschmack gekommen. 1998 machte er seine Leidenschaft zum Beruf und nun – elf Jahre später – hat er für sein Geschäft eine besondere Bleibe bezogen: Im frisch sanierten ehemaligen Zollhaus an der Billinganlage verkauft Hößl ab morgen Espresso-Maschinen sowie verschiedene Kaffeeröstungen und schenkt sie in einem kleinen Tagescafé aus.

Innerhalb der vier Monate dauernden Sanierungsarbeiten ist aus dem maroden Gebäude, das seit 2001 verwaist vor sich hin moderte, ein echtes Schmuckkästchen geworden. Im Erdgeschoss stehen Tische und Stühle für den Espresso zwischendurch, im ersten Stock stellt Hößl seine chromblitzenden Maschinen aus.

Oberbürgermeister Thomas Jung zeigte sich bei seinem gestrigen Besuch nicht nur beeindruckt, sondern auch dankbar. Jahrelang hatte die Stadt einen neuen Nutzer für das Gebäude gesucht. Vergeblich. Dem einen war das Gebäude zu klein, dem anderen fehlte es an Parkplätzen. Hößl hingegen war von Anfang begeistert von dem früheren Zollhaus, im Übrigen das letzte von einst vieren innerhalb des Stadtgebiets – ein stummer Zeuge einer Zeit, als die Fuhrleute in Fürth noch für die Benutzung der Straßen abkassiert wurden.

«Dieses Haus», schwärmte denn auch Jung, «ist ganz wichtig für die Fürther Identität.» Froh stimmt ihn zudem, dass die Sanierung für die Stadt – obwohl Eigentümer – ohne Kosten ablief. «Dank der Firma Regionalkonzept», wie der Rathauschef betonte. Und so funktioniert die Zusammenarbeit: Die Stadt bleibt Eigentümer und räumt der Stiftung Baukultur und Denkmalschutz, in deren Auftrag «RegionalKonzept» agiert, ein langfristiges Nutzungsrecht ein. Die Stiftung tritt als Bauherr auf und finanziert die rund 300 000 Euro teure Renovierung aus den Mieteinnahmen und Zuschüssen, unter anderem aus dem Fördertopf «Soziale Stadt». Auf diese Art haben Kommune und Stiftung bereits beim Bau des Technischen Rathauses in der Hirschenstraße und der Sanierung des Rathaus-Südflügels kooperiert.

Michael Hößl jedenfalls ist bereit, Kunden und Gäste zu empfangen. Ein paar kleinere Arbeiten müssen in den kommenden Tagen noch erledigt werden. «Aber auf den Kaffee», sagt Hößl, «muss morgen bei der Eröffnung niemand verzichten.» JOHANNES ALLES

Öffnungszeiten Espressohaus: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr.

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