Sonntag, 17.11.2019

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Kampf fürs Klinikum fortgesetzt

Auch in Fürth trafen sich gestern etliche Mitarbeiter zur «Aktiven Mittagspause» - 19.11.2008

Es fehlt an Geld: Das Aktionsbündnis zur «Rettung der Krankenhäuser» will weiter kämpfen. Die Gesetzesvorlage der Regierung geht nach Meinung vieler nicht weit genug. © Eduard Weigert


Wie berichtet, schreiben viele Kliniken in der Bundesrepublik rote Zahlen. Auch Fürth ist betroffen, obwohl in der Vergangenheit bereits Personal eingespart wurde und die verbliebenen Mitarbeiter im Rahmen eines «Zukunftssicherungsvertrags» für einige Jahre auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.

Das Problem ist laut Klinikvorstand Peter Krappmann: Die Krankenhäuser sind chronisch unterfinanziert, es müsste mehr Geld ins Gesundheitswesen gepumpt werden. Seit Anfang 2008 hat sich das «Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser» formiert. Mit an Bord sind nicht nur Pflegekräfte, Ärzte und Gewerkschaften, sondern auch die Arbeitgeberverbände und die Kommunen, die regelmäßig die Defizite ihrer Häuser ausgleichen müssen. Den Höhepunkt der Proteste bildete eine Großdemonstration Ende September in Berlin mit über 100 000 Beteiligten.

Der daraufhin von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf soll den Kliniken über drei Milliarden Euro bringen. Aber: «Das ist eine Mogelpackung», klagt Krappmann. Effektiv komme nur eine Milliarde an. Die Finanzierungslücke liege aber bei 6,7 Milliarden Euro. «Deshalb müssen wir weiter mit Aktionen auf uns aufmerksam machen», rief Krappmann gestern den rund 100 Mitarbeitern zu, die sich um 12 Uhr mit Transparenten zur «Aktiven Mittagspause» vor dem Haupteingang versammelt hatten.

Dort griff im Anschluss auch Personalrat Kamran Salimi zum Mikrofon: «Es ist ein Punkt erreicht, an dem wir sagen müssen, dass es so nicht weitergeht», stellte er klar. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit durchs Klinikum geschleust worden, und das bei immer höheren Leistungen. Eine «adäquate Patientenversorgung» sei auf diese Weise bald nicht mehr gewährleistet. Und Bernhard Bytom von der Gewerkschaft ver.di forderte: «Es muss sich Entscheidendes in der Finanzierung des Gesundheitswesens und bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern.»

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