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Sonntag, 20.09.2020

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Katzen: Willkommene Tröster in der Krise

Zum Weltkatzentag erfahren die Tiere besondere Wertschätzung, denn in der Pandemie geben sie Halt - 08.08.2020 16:00 Uhr

"Für viel war die Katze während des Lockdowns vielleicht der einzige Ansprechpartner", mutmaßt die Leiterin des Fürther Tierschutzhauses. 

© IVH/dpa/gms


In dieser Zeit der großen Ungewissheit haben viele Menschen Trost bei ihrem Haustier gesucht – gerade in den Wochen mit den Ausgangsbeschränkungen. Hunde waren während des Lockdowns übrigens besonders gefragt, hatte man mit ihnen doch auch den Freifahrtschein, jederzeit das Haus verlassen zu dürfen. 

Die Katze, so mutmaßt Michaela Pfaff, dürfte nicht selten daheim als psychologische Stütze für die Menschen gedient haben. „Für viele war sie vielleicht der einzige Ansprechpartner“, sagt die Leiterin des Fürther Tierschutzhauses, das hauptsächlich Katzen vermittelt.

In Gesprächen habe sie immer wieder gehört, dass das Tier Dauergast im Homeoffice war, für Erheiterung sorgte, wenn es sich quer über die Tastatur legte, oder einen Text vorgelesen bekam, bevor dieser verschickt wurde. Auch für Kinder, die auf ihre gewohnten Strukturen und Freunde verzichten mussten, sei die Katze emotionaler Halt gewesen. Außerdem sei es doch einfach schön, jemanden zu haben, um den man sich kümmern kann.

Doch wie haben es wohl die Katzen empfunden, wenn dieser Mensch da plötzlich den ganzen Tag zuhause herumhing? Reichlich Witze zu diesem Thema verbreiteten sich über die sozialen Medien. Da fragten sich mürrisch dreinschauende Katzen, ob es nicht mal wieder an der Zeit sei, dass ihr Besitzer ins Büro seiner Firma verschwindet. 

Auch Pfaff hat dergleichen gesehen und darüber geschmunzelt. Dass sich die Tiere tatsächlich daran störten, den lieben langen Tag in Gesellschaft verbringen zu müssen – das glaubt sie indes nicht. Denn Katzen, sagt Pfaff, sind nicht grundsätzlich Einzelgänger, wie man angesichts ihrer Eigensinnigkeit vermuten könnte. Es gebe durchaus Exemplare, die den ganzen Tag gehätschelt werden möchten. Und die weniger Anschmiegsamen suchen sich schon selbst ein ruhiges Plätzchen...

Für das Tierschutzhaus auf der Stadelner Hard war der siebenwöchige Lockdown eine schwere Zeit, über die auch die zahlreichen Katzen im Heim schwer hinweghelfen konnten. Keine Besucher kamen, um sich umzusehen und zu spenden, die Tiervermittlung war ausgesetzt. Zudem gab es im März den vorerst letzten monatlichen Flohmarkt – eine wichtige Einnahmequelle für das auf Spenden angewiesene Haus. 

Rund 50 Katzen und einige Kleintiere sind derzeit hier untergebracht – das Haus ist voll. Immerhin ist inzwischen die Vermittlung wieder möglich. An zwei Tagen in der Woche (Mittwoch von 17 bis 19 und Samstag von 14 bis 16 Uhr) kann man die Tiere besuchen. Allerdings ist eine telefonische Anmeldung unter (0911) 765 91 12 nötig. 

 

Gwendolyn Kuhn

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