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Samstag, 22.02.2020

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Keimzelle Stein: Runder Tisch lässt auf sich warten

BI hofft auf ein Gespräch noch vor der Kommunalwahl - 25.01.2020 16:00 Uhr

Die Steiner Keimzelle, das kommunale Naturprojekt im Rednitzgrund, ist Geschichte. © Hans-Joachim Winckler


Alle Beteiligten wollten zum Jahresanfang gemeinsam an einem Tisch sitzen. Unter Vermittlung eines Mediators sollte es um den Steiner Wiesengrund und seine Zukunft gehen. Wird er ein weitgehend unberührter Rückzugsraum für die Natur bleiben, oder besser erschlossen und als Freizeitareal namens Keimzelle nutzbar? Um diese Entscheidung geht es gemeinsam mit den Bürgern – so der Plan.

Sogar einen CSU-Antrag gab es im vergangenen Dezember im Stadtrat dazu: Noch im Januar oder Februar, aber auf jeden Fall vor der Kommunalwahl, soll der Termin anberaumt werden, forderten die Christsozialen. Dieser Antrag wurde im Gesamt-Stadtrat aber nicht behandelt, sondern in den Bauausschuss verwiesen.

Von der Pressestelle der Stadt wird inzwischen versichert, dass man mit Hochdruck daran arbeite, dass es zum Runden Tisch Wiesengrund komme. Man sei derzeit in Abstimmung mit dem Moderator. Es könnte also noch vor der Kommunalwahl am 15. März klappen. Ein exakter Termin steht aber noch nicht fest.

Die Bürgerinitiative Pro Wiesengrund (BI) macht das hellhörig. Sich im Vorfeld der Kommunalwahl mit dem Anliegen des Naturerhalts auf der städtischen Fläche auseinanderzusetzen, davor scheuten sich die Politiker vor Ort offenbar, wird bei der Initiative gemutmaßt. Und das, obwohl ihr Antrag auf ein Bürgerbegehren immerhin von 2200 Steinern unterstützt worden war.

Blühwiese statt Acker

Besonders entsetzt ist die BI darüber, dass im Wiesengrund auf der seit zwei Jahren brach liegenden Ackerfläche erneut Mais angebaut werden soll. Ihr Bürgerantrag vom Juni 2019, dort eine Blühwiese anzusäen, ist nicht behandelt worden.

Dennoch lassen die Aktivisten nicht locker. Sie legten mit Bürgeranträgen nach. Bereits im Dezember 2017 waren unterhalb der Deutenbacher Straße Bäume gefällt worden. Dies war mit Blick auf das künftig dort entstehende Projekt Keimzelle auf Veranlassung der Stadt geschehen. Diese Fläche soll wieder aufgeforstet werden, fordert die BI jetzt in einem ihrer Anträge.

Außerdem verlangen sie, die Schranke mit dem Hinweis "Nur für Berechtigte" an der Gerasmühler Straße, die den Zugang zum Gelände behindert, zu entfernen. Gleiches gilt für den in der Wiese zurückgelassenen Bausplitt.

Nochmals formuliert ist die Forderung nach einem Verzicht auf Maisanbau auf dem Areal. Es wird befürchtet, dass Pestizide eingesetzt werden. Der umfassendste Antrag lautet: "Das Areal der bisher geplanten Steiner Keimzelle wird als Grünland und Rückzugsgebiet für die Tierwelt erhalten."

Diese Formulierung entspricht dem inzwischen zurückgezogenen Bürgerbegehren. Zur Erinnerung: Zurückgenommen wurde das Bürgerbegehren, weil das Rathaus die Planung für die Fläche "auf Null stellte", wie es im Stadtrat formuliert wurde. Die BI legt diesen letztgenannten Antrag vorsorglich vor. Sie fürchtet, von der Stadt könnte sonst argumentiert werden, von ihrer Seite würden keine Vorschläge vorliegen.

Beate Dietz

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