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Kein Ranking mehr: Solarbundesliga macht eine Pause

Weil manche Kommunen Probleme mit dem Datensammeln haben, wird der Wettbewerb ausgesetzt - 19.06.2019 12:00 Uhr

Große Photovoltaikanlagen wie hier auf dem Dach der Sanitärfirma Werner im Gewerbegebiet Hardhöhe West gehören zu den Zugnummern der Entwicklung in Fürth. Inzwischen sorgen Baugenossenschaften mit sogenannten Mieterstromanlagen auf ihren Wohnblocks für solide Zuwachsraten. © Hans-Joachim Winckler


Die von der Zeitschrift Solarthemen zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe organisierte Solarbundesliga legt eine Denkpause ein. Vergangenes Jahr hat Fürth in der Rangliste noch Platz 8 unter den kleinen Großstädten erreicht. Allerdings konnte die Liga die tatsächliche Situation immer weniger abbilden. Verantwortlich dafür war der Umstand, dass sich einige Kommunen schwer damit taten, die notwendigen Daten zu ermitteln.

Nachdem die stark zurückgegangene öffentliche Förderung nicht mehr im Vordergrund steht, sondern der Eigenverbrauch, werden immer weniger Solaranlagen für Zuschüsse angemeldet. Wurde ins Netz eingespeister Solarstrom vor drei Jahren noch mit gut 70 Cent pro Leistungseinheit Kilowatt Peak (kWp) pro Kilowattstunde vergütet, gibt es inzwischen nur noch rund 10 Cent. Deshalb wollen die Initiatoren der Liga die Modalitäten überdenken. Ob der Wettbewerb fortgeführt wird, steht nach Informationen des Fürther Umweltamtes noch in den Sternen.

Trotz aller Schwierigkeiten kann die infra in ihrer Solarbilanz 2018 mit stolzen Zahlen aufwarten. Jede Energieerzeugungsanlage, die mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden ist, muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Der Kommunalversorger verzeichnete in Fürth vergangenes Jahr ein Plus von 71 Photovoltaikanlagen mit 1297 kWp – deutlich mehr als in den Vorjahren. Allerdings werden die Zuwachsraten der Jahre 2009 bis 2013 mit bis zu 151 neuen Anlagen und maximal 3635 kWp Leistung nicht mehr erreicht. Die größte 2018 ans Netz gegangene PV-Anlage wurde auf dem Dach eines Industriebetriebs im Nordwesten der Stadt mit einer Leistung von knapp 500 kWp installiert. Insgesamt sind im infra-Netz inzwischen 1169 Photovoltaikanlagen mit 24 849 kWp verzeichnet.

Lichtblick bei Wohnblocks

Die meisten neuen PV-Anlagen entstanden im vergangenen Jahr auf Wohnhäusern. Ein besonderer Lichtblick in der Solarbilanz 2018: das Mieterstrommodell für Wohnblocks von Baugenossenschaften. Von 2015 bis 2017 wurden in Fürth bereits 23 derartige Anlagen mit 261 kWp eingerichtet. Den Strom können die Mieter zu günstigen Konditionen nutzen. Aushängeschild der Solarstadt ist der Solarberg Atzenhof. Mit 1252 kWp hat er auch im 15. Jahr seines Bestehens wieder einen überdurchschnittlichen Ertrag mit einem Plus von 8 Prozent eingebracht. Vergleichbare Großanlagen lieferten im Bundesschnitt nur rund 1041 kWp.

Nicht so gut entwickelt sich die Solarthermie zur Wärmeerzeugung in Fürth – zumindest auf dem Papier. Lediglich drei neue Solarkollektoren mit 42 Quadratmetern Fläche schlugen 2018 zu Buche. 2009 waren es noch 147 mit 1420 Quadratmetern und 2016 immerhin 17 Anlagen mit 170 Quadratmetern. Der Rückgang liegt daran, dass die nicht geförderten Anlagen zur Wärmeerzeugung keinem Genehmigungsverfahren unterliegen und daher selten gemeldet werden. Bisher sind in Fürth 894 Solarthermieanlagen mit 8680 Quadratmetern Fläche registriert.

Volker Dittmar

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